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WAZ: Staat, halt' dich raus

Archivmeldung vom 18.12.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.12.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Nicht jede Innovation, die aus den USA zu uns herüberschwappt ist gut: Cola mit Vanille-Geschmack, Top-Model-Shows und Halloween, zum Beispiel. Die neue Technik, die das soziale Netzwerk Facebook aktuell in Amerika testet, gehört nicht in diese Reihe: ein Gesichtserkennungsdienst. Nutzer laden Fotos von unbekannten Menschen, die sie auf der Straße oder in der Disco geschossen haben, ins Portal hoch und eine Software hilft dabei, die Namen der Gesichter herauszufinden.

Allerdings nur, wenn diese ebenfalls Mitglied des Netzwerks sind und auf ihrem Profil die Erlaubnis für diesen Erkennungsdienst gegeben haben. Wer nicht auf diese Weise gefunden werden will, macht ein Häkchen an die entsprechende Stelle. Ist doch toll. Deshalb ist es auch völlig unnötig, dass Bundesinnenminister de Maizière (CDU) bereits jetzt Handlungsbedarf für den Gesetzgeber angekündigt hat, sollte auch Facebook Deutschland diese Suchmethode einführen. Facebook ist nicht mit Google Street View vergleichbar, das ungefragt Fotos von Häusern und Menschen ins Netz stellt. Wer sich bei Facebook tummelt, tut dies freiwillig. Der Staat hat da nichts zu regulieren.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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