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RNZ: Lafontaines Erbe

Archivmeldung vom 16.11.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.11.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die SPD ist am Boden. Aber sie regt sich wieder. Sie besinnt sich auf programmatische Arbeit, beschließt die unsinnige Vermögensteuer - weil es der Parteiseele guttut. Sie holt sich ein bisschen von dem zurück, was ihr früherer Chef Oskar Lafontaine einfach mit zur Linkspartei genommen hat: soziale Identität.

Lafontaine hatte aber den Sozialdemokraten etwas noch Wichtigeres gegeben, was unter Vogel, Engholm, Rau und Scharping verloren gegangen war: Selbstvertrauen. Er hat den Delegierten kurz vor seinem Putsch gegen Scharping auf dem Mannheimer Parteitag 1995 zugerufen: Nur wer sich selbst begeistern kann, kann auch andere begeistern. Die Begeisterung war grenzenlos. Ein kleines bisschen dieses Lafontaine'schen Geistes schwang bei der Bewerbungsrede von Sigmar Gabriel mit. Der sagte: Nur aus dem Stolz über das, was man erreicht hat und gut gemacht hat, erwächst die innere Kraft, sich zu dem zu bekennen, was man nicht so gut gemacht hat. Das ist weit weniger aufrüttelnd als bei Lafontaine. Aber es weist in die Richtung, der der Parteitag folgte. Weder die Agenda-Beschlüsse noch die Rente ab 67 wurden rückgängig gemacht. Die Abrechnung mit der Regierungs-SPD beschränkte sich auf freche Redebeiträge. Spürbar wurde aber auch: Die SPD ist näher zu Lafontaine gerückt - und weit weg von Steinmeier, der sie im Bundestag führen soll. Wie denn das?

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung

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