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Lausitzer Rundschau: Grenzübergang in der Ledra-Straße in Nikosia geöffnet

Archivmeldung vom 04.04.2008

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.04.2008 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Mehr als 30 Jahre ist es her, dass Zyprioten und Touristen die Ledra-Straße im Herzen von Nikosia komplett durchlaufen konnten. Auf beiden Seiten der UN-Pufferzone waren streng bewachte Mauern errichtet. Gestern sind diese Mauern und mit ihnen ein wesentliches Symbol der Teilung der Mittelmeerinsel Zypern gefallen.

"Die letzte geteilte Hauptstadt Europas" steht an einem Haus an der ehemaligen Mauer. Das ist zwar weiterhin eine Tatsache, aber langsam, mit Fingerspitzengefühl begleitet, könnte hier etwas zusammenwachsen. Diesem Ziel hat sich der im Februar gewählte neue Präsident Zyperns, Demetris Christofias, verschrieben. Der gestrige Mauerfall war dafür ein wichtiges Signal. Die Zypernfrage ist damit zwar noch längst nicht gelöst. Die Grenzöffnung könnte aber Ausgangspunkt für einen Vereinigungsprozess zwischen dem griechischen Süden und dem türkischen Norden werden. Die im Juni beginnenden Gespräche zwischen Christofias und dem Führer der türkischen Nord-Zyprer, Mehmed Ali Talat, wären der nächste Schritt auf dem langen, steinigen Weg zur Einheit. Die Wunden auf beiden Seiten sitzen sehr tief. Da müssen nicht nur persönliche Ressentiments abgebaut und Narben beseitigt werden. Die Insel braucht vor allem eine funktionierende Infrastruktur, die beide Seiten verbindet, eine Politik, die keine Bevölkerungsgruppe benachteiligt sowie den Alltag aller Inselbewohner verbessert. Dabei könnten die Vereinten Nationen, die seit mehr als 40 Jahren auf der Insel Blauhelme stationiert haben, und die Europäische Union, deren Mitglied der Südteil Zyperns seit Mai 2005 ist, eine wichtige Vermittlerrolle übernehmen.

Quelle: Lausitzer Rundschau

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