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Westfalenpost: Phantom-Tor

Archivmeldung vom 21.10.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.10.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Für das prosperierende Unternehmen Fußball-Bundesliga ist dieses Phantom-Tor nicht gerade ein Glücksfall. Es ist eine Art Produktionsfehler in der neuesten Baureihe. Schlagzeilen, Diskussionen und kritische Fragen sind die Folge. Was ist das für eine Liga, in der Tore gezählt werden, die gar nicht gefallen sind? Die Antwort: Die Millionenliga ist das hochglänzende Premiumprodukt des deutschen Sports. Für jeden, der die Bilder aus Hoffenheim kennt, klingt das wie Hohn.

Dabei wären all die Unannehmlichkeiten einfach zu beheben. Fußball-England, das seit dieser Saison die Torlinie elektronisch überwachen lässt, wundert sich, dass gerade im Recht-und-Ordnung-Land Deutschland so etwas möglich ist. Eishockey- und Tennisspieler sind erstaunt, weil sie schon lange technische Hilfsmittel nutzen, um über heikle Situationen zu richten. Doch die nationalen und internationalen Fußball-Bosse hängen so sehr an der Bastion Tatsachenentscheidung, dass fraglich ist, ob das Spiel überhaupt wiederholt wird.

Bei der WM 2014 wird erstmals die Torlinientechnik zum Einsatz kommen. Auch die Bundesliga sollte sie einführen. Schnell. Was, wenn mal ein weitaus brisanteres Spiel von einem solchen Skandal betroffen wäre? Wenn aus Emotionen Gewalt würde? Unwahrscheinlich? So unwahrscheinlich wie die Farce von Hoffenheim.

Quelle: Westfalenpost (ots)

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