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Rheinische Post: Kommentar: Der Pisa-Knall

Archivmeldung vom 19.06.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.06.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Es war richtig und überfällig, dass der baden-württembergische Kultusminister Helmut Rau (CDU) den Unmut über das Gebaren der OECD bei den Pisa-Erhebungen mit einem Knall öffentlich gemacht hat.

Raus Einwurf wiegt schon deshalb schwer, weil er ein unverdächtiger Zeuge ist: Sein Land könnte als Pisa-Sieger der ganzen Leistungs-Messerei gelassen gegenüberstehen. Doch die Organisation, die eigentlich fachlich saubere Daten als Grundlage für vernünftige bildungspolitische Entscheidungen erheben soll, hat diese Position dazu missbraucht, eigene schulpolitische Vorstellungen samt Lieblingsschulmodell (die Einheitsschule) zu fördern. Längst ist der Punkt erreicht, an dem man das Pisa-Projekt vor seinen Erfindern schützen muss. Die Kernidee bleibt richtig: durch Vergleiche ermitteln, wo die eigene Jugend in der globalisierten Welt steht. An solchen Fragen entscheidet sich nun mal Deutschlands Zukunft und Wohlstand. Wenn aber die, die messen sollen, die Messergebnisse und deren Deutung frisieren, dann sind die Daten unbrauchbar, ja gefährlich. Insofern ist es gut, wenn Deutschland seine Macht demonstriert und mit Ausstieg droht. Die OECD muss Bescheidenheit lernen  heißt schlicht: Objektivität beim Messen.

Quelle: Rheinische Post

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