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Rheinische Post: Kassen müssen Farbe bekennen

Archivmeldung vom 01.12.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.12.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die Krankenkassen verhalten sich zurzeit, als spielten sie Mikado. Nach dem Motto: Wer zuerst zuckt, hat verloren. Sie zögern es so lange wie möglich heraus, von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag zu kassieren. Denn wer als Erster seine Versicherten zusätzlich zur Kasse bittet, muss damit rechnen, dass zahlreiche Mitglieder von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und die Kasse damit erst Recht in Schwierigkeiten kommt.

In dem Zusatzbeitrag-Vermeidungs-Wettlauf zeigt sich einer der vielen Webfehler des Gesundheitsfonds. Die Kassen konkurrieren nicht um gute, maßgeschneiderte Leistungen für ihre Versicherten, vielmehr konzentriert sich nun alles auf die Frage, ob monatlich acht Euro zusätzlich eingezogen werden. Das ist ein Scheinwettbewerb. Für die Kassen ist der Zusatzbeitrag als einziges echtes Unterscheidungsmerkmal ein Makel. Dementsprechend halten sie mit Gewalt den Deckel auf dem Topf, in dem es gefährlich brodelt. Spätestens im nächsten Jahr wird den Kassen ihre Hinhaltetaktik um die Ohren fliegen. Die Versicherten sind wie immer die Leidtragenden. Sie werden als Letzte von den Plänen für Zusatzbeiträge erfahren. Das wiederum könnte kurzentschlossene Massenwechsel von Versicherten auslösen, was das System destabilisieren würde.

Quelle: Rheinische Post

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