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Allg. Zeitung Mainz: Armutszeugnis zur Bahn

Archivmeldung vom 19.02.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.02.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott

Eine Bahnfahrt quer durch Deutschland ist offensichtlich eines der letzten großen Wagnisse der Menschheit. Was drohen nicht alles für Gefahren: Stürme auf der Strecke sind ebenso an der Tagesordnung wie ständiger Starkregen, dauernde Blitzeinschläge und - neu im Entschuldigungsportfolio der Bahn für Verspätungen - "Trockenheit".

Fehlt nur noch, dass dem mobilen Brezelverkäufer die Schuld an Verzögerungen gegeben wird. Nur das Staatsunternehmen kann natürlich nichts dafür, dass jeder vierte Fernzug sein Ziel nicht pünktlich, also nach Unternehmensdefinition mit mindestens sechs Minuten Verspätung, erreicht. Eine neue Momentaufnahme über den desolaten Zustand der Bahn liefern die Zahl und die Höhe der Ausgleichszahlungen, die wegen Verrspätungen an Reisende gezahlt wurden. 2,7 Millionen Bahnfahrer, 50 Prozent mehr als im Vorjahr, machten ihre Ansprüche geltend, 53,6 Millionen Euro kostete das die Bahn - nach 34,6 Millionen Euro im Vorjahr.

Ein Armutszeugnis. Beide Zahlen wären vermutlich erheblich höher, wenn es die Bahn ihren Kunden nicht so schwer machen würde, an das Verspätungsgeld zu kommen. Während man mit der Bahn-App Tickets kaufen und sich im Zug auf seinem gewählten Sitzplatz selbst einchecken kann, gibt es keine Möglichkeit, den Erstattungsantrag online einzureichen. Das entsprechende Formular muss, willkommen im Jahr 2019!, nach wie vor ausgedruckt und per Brief versandt oder am Bahnhof abgegeben werden. Bei einer durchschnittlichen Entschädigung von knapp 20 Euro winken viele Bahnkunden da entnervt ab.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz (ots) von Ken Chowanetz

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