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Besser geht es nicht

Archivmeldung vom 29.04.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.04.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić

Besser geht es nicht: Im Zahlenwerk der Deutschen Bank fürs Startquartal zeigen eigentlich alle Indikatoren in die richtige Richtung - vom sprudelnden Ertrag über die sinkende Risikovorsorge bis zum auf gut 1 Mrd. Euro explodierten Nachsteuergewinn. Der stellt nicht nur das höchste Quartalsergebnis seit Anfang 2014 dar, sondern hat auch die jahrelang negative Eigenkapitalrendite unversehens auf 7,4 % katapultiert. Das liegt schon fast auf Höhe der 2019 fürs kommende Jahr ausgegebenen Zielmarke von 8 %, die dem Institut bislang kaum jemand so recht hat abkaufen wollen.

Das Milliardenergebnis zum Jahresauftakt ist eine Leistung, die man ihm nicht zugetraut hat, wie sich an der Konsensprognose ablesen lässt.

Die strategische Schräglage des Hauses hat sich im Lichte eines boomenden Kapitalmarktgeschäfts freilich kaum verbessert. Vielmehr hat allein die florierende Investmentbank im ersten Quartal mehr als das Doppelte zum Vorsteuergewinn des Konzerns beigetragen wie die drei übrigen Sparten Unternehmensbank, Privatkundenbank sowie Assetmanagement zusammen, und dies, obwohl das Corporate Banking wie auch die Retail-Sparte ihr Vorsteuerergebnis um je rund 90 % herauffuhren, weil sich bei stagnierenden Erträgen die Risikovorsorge verflüchtigte bzw. Personal- sowie Restrukturierungskosten sanken.

Besser geht es nicht. Dies gilt vor allem fürs Umfeld - und zwar von der Geldpolitik über die Kapitalmärkte bis hin zum Kreditgeschäft. Wer schon allein durch die Bilanzierung von Finanzpositionen zum zeitnahen Marktwert Mehrerträge von knapp 1 Mrd. Euro verbucht, hat es nicht nur leicht, eine gute Figur abzugeben, sondern reitet auch die Welle einer Geldpolitik, die allerorten die Bewertungen inflationiert. Und wenn sich manche Gewerbetreibende hierzulande, wie zuletzt im Vorstand einer Bank zu hören war, im Lichte staatlicher Übernahme ihrer Fixkosten sowie Kurzarbeitergeld in der schwersten Krise der Nachkriegsgeschichte derzeit Überlegungen hingeben können, wie sie ihren Fuhrpark erneuern oder Büros neu einrichten, ist absehbar, dass die jüngsten Auflösungen von Risikovorsorge in der Unternehmensbank kaum Bestand haben werden, erst recht, wenn die Hilfen und Moratorien auslaufen.

Im ersten Quartal, saisonbedingt ohnehin das traditionell beste im gesamten Jahr, hat die Deutsche Bank gezeigt, welche Resultate mit ihrem Geschäftsmodell in einer optimalen Konstellation möglich sind. Daran anzuknüpfen, wird ihr im weiteren Jahresverlauf zunehmend schwerer fallen.

Quelle: Börsen-Zeitung (ots) von Bernd Neubacher

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