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Neues Deutschland: zum Bildungsstreik in Deutschland

Archivmeldung vom 19.06.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.06.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die 68er-Bewegung brachte selbst in ihren Hochzeiten kaum mehr als einige tausend Demonstranten auf die Straße. Dass die Studenten dennoch die Bundesrepublik nachhaltig veränderten, liegt u.a. daran, dass sie Kinder des Establishments waren - die für die Führungsaufgaben vorgesehene Elite verweigerte den Klassenauftrag!

Die politische Klasse war entsetzt und reagierte dementsprechend repressiv. 240 000 Schüler und Studenten gingen am Mittwoch in Deutschland auf die Straße. Eine gewaltige Menge, die doch kaum jene rebellische Kraft wie vor 40 Jahren entfalten kann. Viele der Protestierenden werden später als prekär Beschäftigte im akademischen Betrieb an den kleinen Rädchen im Getriebe drehen. Das lässt die politische Klasse sie spüren. Bundesbildungsministerin Annette Schavan zeigte, was sie von den Argumenten der Schüler und Studenten hält: nichts. Sie blieb der Bundestagsdebatte fern. Das ist ihrer konservativen Einstellung entsprechend wenigstens konsequent. Die Verursacher der Bildungsmisere  dagegen heucheln Verständnis, wo doch zuerst Verstehen angebracht wäre. Verstehen, dass sie die Adressaten des Protests sind. Wer hat denn das Turbo-Abitur beschlossen, die Bologna-Reform dilettantisch umgesetzt und kürzt die Bildungsetats? Wären die Politiker des Bundestages gestern ehrlich gewesen, hätten sie die Aktuelle Stunde des Parlaments vor das Reichstagsgebäude auf den Platz des 18. März gelegt.

Quelle: Neues Deutschland

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