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Neues Deutschland: zum VW-Urteil

Archivmeldung vom 24.10.2007

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.10.2007 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Jens Brehl

Porsche-Fahrer sind als Raser und Drängler verschrien. Die Führung des Autokonzerns und vor allem dessen Kapitaleigner sind auf bestem Wege, sich diesen Ruf ebenfalls zu sichern. Nur wenige Jahre nach dem Großeinstieg steht man vor der Übernahme von Volkswagen.

Für den durch die VW-Affäre zu Unrecht geschwächten Betriebsrat könnte es sich jetzt rächen, dass er den Einstieg Porsches seinerzeit als Abwehr einer vermeintlichen Heuschreckenattacke begrüßte. Zwar hatte man einst mit einem VW-Vorstandschef Ferdinand Piëch einigermaßen leben können. Doch als Anführer des Porsche-Piëch-Clans vertritt er jetzt vor allem knallharte Kapitalinteressen. Auch Niedersachsens Landesregierung hat angesichts des sich abzeichnenden EU-Urteils zu passiv gehandelt. Will sie ihre Sperrminorität nach dem Wegfall des VW-Gesetzes weiter sichern, müsste sie ihre Anteile aufstocken - angesichts des steilen Anstiegs des Aktienkurses ein teures Unterfangen. Ohnehin passt zuviel staatliche Industriepolitik nicht in die Ideologie der CDU-FDP-Regierung.

Dabei wird eine Sperrminorität künftig wichtiger denn je. Der Porsche-Piëch-Clan wird eine mögliche VW-Übernahme mit üppigen Dividenden versilbert haben wollen. Dies dürfte auf dem Rücken der Arbeitnehmer und der Mitbestimmung geschehen. Zumal sich VW unter dem Dach von Porsche erst recht nicht um bessere Geschäfte mittels klimafreundlicher Autos kümmern wird. Bleifußmentalität trifft eben für beide Konzerne zu.

Quelle: Pressemitteilung Neues Deutschland


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