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Börsen-Zeitung: Feuer unter dem Dach

Archivmeldung vom 28.11.2007

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.11.2007 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Bei der KfW brennt es, und zwar gewaltig. Die Schieflage des börsennotierten Mittelstandsfinanzierers IKB, an dem die staatliche Förderbank mit knapp 38% beteiligt ist, geht immer mehr an die Substanz. Fonds für allgemeine Bankrisiken zu überfordern.

Die gut 8 Mrd. Euro schwere Bürgschaft der KfW für die Liquidität der von der IKB verwalteten Zweckgesellschaft "Rhineland Funding", die in verbriefte US-Hypotheken minderer Bonität (Subprime) investierte, droht den mit 5,3 Mrd. Euro ausgestatteten Fonds für allgemeine Bankrisiken zu überfordern.

Dieser Risikopuffer, der mehr als ein Drittel der KfW-Eigenmittel ausmacht, ist nach einer Neubewertung der Risiken aus den Rhineland-Fonds-Aktiva gerade noch 500 Mill. Euro groß. Noch dramatischer dürfen die Marktverwerfungen für die KfW also nicht werden. Andernfalls müssten zur Abschirmung der Ausfallrisiken im Subprime-Segment noch weitere Eigenmittel eingesetzt werden - möglicherweise mit der Konsequenz, dass das Institut seiner eigentlichen Aufgabe immer weniger nachkommen könnte. Die KfW muss sich inzwischen fragen, ob ihre Förderfähigkeit nicht in Gefahr gerät.

Die auf 4,8 Mrd. Euro fast verdoppelte Risikovorsorge, die die 2007 erstmals gemäß IFRS aufgestellte Erfolgsrechnung der KfW erheblich belasten wird, macht den Verkauf der IKB-Beteiligung immer dringlicher. Ordnungspolitisch ist der Verkauf des Privatinstituts, dessen Börsenwert im laufenden Jahr um mehr als 70% zusammengeschmolzen ist, längst überfällig: Die Schieflage der IKB könnte letztlich den Steuerzahler treffen, der für die von Bund (80%) und Ländern (20%) getragene KfW haftet. Der Bund steht für die Verbindlichkeiten des Förderinstituts gerade, eben auch für die 8 Mrd. Euro, mit denen die KfW für die Liquidität des Rhineland-Fonds bürgt.

Doch könnte die Förderbank weiter in Bedrängnis geraten, zumindest dann, wenn sich nicht bald ein Interessent für die IKB findet, der dieser Bank mit einer Finanzspritze über die Runden hilft. Nicht auszuschließen ist, dass die IKB im laufenden Geschäftsjahr einen Milliardenverlust einfahren wird. Absehbar ist also eine Kapitalaufstockung erforderlich, auch wenn noch nicht sicher ist, ob aus Buchverlusten durch Abschreibungen auf strukturierte Wertpapiere tatsächliche Verluste werden. Unter den aktuellen Vorzeichen erscheint aber immer weniger wahrscheinlich, dass sich die KfW daran noch beteiligen wird.

Quelle: Pressemitteilung Börsen-Zeitung

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