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Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Natascha Kampusch

Archivmeldung vom 15.12.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.12.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Natascha Kampusch hofft auf ein Leben in Ruhe. Die Vergangenheit soll endlich abgehakt sein. Sie mag nicht mehr auf Schritt und Tritt verfolgt werden von den Medien - vor allem den österreichischen, denen sie aufgrund ihrer Hartnäckigkeit die Freundschaft gekündigt hat.

Dennoch hat sie zugestimmt, dass ein deutsches Team eine Dokumentation über ihre Leidenszeit im Verlies ihres Entführers gedreht hat. Es ist sicherlich ein weiterer Mosaikstein, um mit den Schrecken des Erlebten umzugehen. Vergangenheitsbewältigung. Die Hoffnung aber, den Schlagzeilen zu entkommen, die dürfte damit kaum in Erfüllung gehen. Wer dreieinhalb Jahre nach der geglückten Flucht aus der Gefangenschaft erneut die erlittenen Qualen schildert, wohl wissend, dass ein Millionenpublikum zuschaut, der weiß nach den Erfahrungen seit 2007, dass sich der Rummel nicht legt. Im Gegenteil. Er wird neu angefacht. Die Fäden in der Hand haben dabei die Medienberater. Sie entscheiden, wo und wie der Fall Kampusch platziert wird. Ob das tatsächlich zum psychischen Wohl der 21-Jährigen beiträgt, ist mehr als zweifelhaft.

Quelle: Westfalen-Blatt

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