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Ostsee-Zeitung: zum Euro-Rettungspaket

Archivmeldung vom 11.05.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.05.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Jetzt ist endgültig klar: Auf den Finanzmärkten tobt ein Weltkrieg. Ein Weltkrieg der Spekulanten gegen den Euro. In dieser Schlacht gegen den Finanzterror gibt es kein Halten, keine Rücksichten mehr. Mit der unvorstellbaren Bürgschaftssumme von 750 Milliarden Euro wollen EU und Internationaler Währungsfonds der Zockerei gegen Griechenland, Portugal und Co.

Einhalt gebieten. Die Botschaft an die Märkte lautet: Die EU ist solidarisch. Doch die Botschaft könnte einen fürchterlichen Preis haben. Denn der Rettungsplan gleicht einem Ritt auf der Rasierklinge. Dass selbst die Europäische Zentralbank, eigentlich Hüterin der Euro-Stabilität, nun zum Äußersten greift und notfalls Staatsanleihen ankaufen will, läutet einen Paradigmenwechsel in der EU-Finanzpolitik ein, der noch vor ein paar Monaten unvorstellbar schien. Englische Banker vergleichen den beispiellosen Schritt bereits mit dem "Einsatz von Atomwaffen" auf dem Finanzmarkt. Denn der Kauf staatlicher Schuldverschreibungen würde in der Konsequenz nichts anderes als das Anwerfen der Gelddruckmaschinen bedeuten - heißt Inflation. Ein Schreckgespenst für alle Deutschen, in deren kollektives Gedächtnis sich vor allem die Hyperinflation von 1923 eingefressen hat.

Quelle: Ostsee-Zeitung

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