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Neue OZ: Unhaltbarer Zustand

Archivmeldung vom 13.12.2011

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.12.2011 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Es war ein geschickter Schachzug, mit dem der Rentenexperte der Linksfraktion im Bundestag, Matthias Birkwald, das Thema Altersarmut auf die politische Agenda gespielt hat. Die Daten, auf die er sich bezieht, erfassen aber mitnichten die durchschnittliche Lebenserwartung aller Geringverdiener in Deutschland. Weil sie nur die Rentenbezugsdauer von lediglich einer Teilmenge der älteren Menschen in Deutschland wiedergeben, können sie eine grundsätzlich sinkende Lebenserwartung bei allen Geringverdienern nicht beweisen.

Sie taugen auch nicht als Argument gegen die Rente mit 67: Ihre Einführung ist die dringend notwendige Antwort des Gesetzgebers auf das demografische Grundproblem, dass künftig immer weniger arbeitende Menschen immer mehr Rentner finanzieren müssen. Wer diese Neuregelung kippen will, muss eine tragfähige alternative Finanzierung der Renten vorlegen. Dies hat gerade die Linke bisher nicht geleistet.

Die von der Rentenversicherung über die Jahre vorgelegten Zahlen bestätigen aber einen Trend, der in der Wissenschaft längst als anerkannt gilt: Geringverdiener sterben früher als Wohlhabende. Die Gründe hierfür sind vielfältig: falsche Ernährung, Alkohol- und Zigarettensucht - aber auch ein reformbedürftiges Gesundheitssystem, das solche Entwicklungen begünstigt. Dass in Deutschland nur ein Bruchteil der Gesundheitsausgaben in Prävention und Vorsorge fließt, ist ein unhaltbarer Zustand.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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