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WAZ: Karstadts letzte Chance

Archivmeldung vom 11.11.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.11.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Aus dem Pleitehaus Arcandor kamen jüngst nur Hiobsbotschaften: Der Versandhändler Quelle ist bald Geschichte, die Essener Arcandor-Dachgesellschaft ebenso - und damit tausende Arbeitsplätze. Nur für den Großteil der Karstadt-Warenhäuser hegt die Insolvenzverwaltung noch Hoffnung auf einen Investor.

Doch Vorsicht ist geboten: Diese Hoffnung bestand auch bei Quelle - und platzte. Die 26 500 Karstadt-Mitarbeiter müssen Schlimmes befürchten, wenn sogar die Insolvenzverwaltung warnt, man solle sich nicht der Illusion hingeben, dass "das Ding" - Karstadt - viel wert sei. Der Unternehmens- sei vor allem ein Hoffnungswert.

Das ist aber zumindest ehrlich. Denn jahrelanges Missmanagement führte Karstadt in die Insolvenz. Zudem änderten sich die Einkaufsgewohnheiten der Menschen in den vergangenen Jahrzehnten. Heute machen Shoppingzentren mit vielen Läden unter einem Dach sowie das Internet den Warenhäusern Konkurrenz. Karstadt fand keine Antwort darauf. Es ist fraglich, ob ein Investor - falls einer kommt - eine richtige Antwort parat hat. Die Karstadt-Mitarbeiter, die viele Zugeständnisse machen, hätten es verdient. Und alle Shoppingfreunde auch. 

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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