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Schwäbische Zeitung: Wir wollen Strom auf der Südbahn

Archivmeldung vom 16.12.2011

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.12.2011 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Als Württemberg noch ein Königreich war, ging es mit der Südbahn vorwärts. Obwohl die Kassen auch seinerzeit leer waren, wurde 1846 mit dem Verlegen der Schienen zwischen Ulm und Friedrichshafen begonnen - nach wenigen Jahren der Planung. Hinter dem Projekt steckte die Idee, Oberschwaben und die württembergische Bodenseeregion wirtschaftlich nach vorne zu bringen. So siedelten sich in Friedrichshafen nach dem Schienenanschluss gezielt Firmen an.

Ab 1913 war die Strecke sogar zweigleisig. Und dann? Dann war mehr oder weniger Schluss. Bis heute! Die Südbahn ist eine der wenigen zweigleisigen Strecken in Deutschland, die noch nicht elektrifiziert sind. Ein unverständlicher Stillstand. Sollten heutige Planer weniger Verständnis für die Bedürfnisse der betroffenen Region haben als königlich-württembergische Beamte?

Wenigstens haben zwischen Ulm und Friedrichshafen angesiedelte politische und wirtschaftliche Größen seit Jahrzehnten versucht, die Bahn-Strategen anzutreiben. Leider mit eingeschränktem Erfolg. Es hieß zwar immer wieder, die Elektrifizierung sei in trockenen Tüchern. Worauf regelmäßig die Vertröstung auf eine ferne Zukunft kam. So wie es jetzt auch geschehen ist. Den Süd-Württembergern scheint die Durchschlagskraft zu fehlen.

Neben Stuttgart spielt eben das ferne Berlin eine Rolle. Wie Eingeweihte erzählen, fällt es dort schwer, mit der Südbahn zu punkten. Dies liege bereits am Begriff. In Berliner Ohren klinge er wie Bimmelbahnverkehr. Südwest-Bahnchef Eckart Fricke sagt deshalb statt Südbahn neuerdings "internationale Zulaufstrecke Österreich/Schweiz". Vielleicht hilft's. Ansonsten gilt, dass unsere Volksvertreter den Druck auf Berlin verstärken müssen, wollen sie nicht als Leichtgewichte gelten. Bisher ist die Ausbau-Verschiebung nur vorläufig. Sie kann geändert werden.

Ach ja, der anfängliche Hinweis aufs Königreich soll natürlich keinen Monarchen nach Stuttgart zurückbringen. Wir wollen aber auf der Südbahn endlich mit Strom fahren.

Quelle: Schwäbische Zeitung (ots)

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