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Börsen-Zeitung: Die Vertrauensfrage

Archivmeldung vom 26.04.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.04.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott

Endlich einmal positive Nachrichten aus dem Hause Bayer: Der Start in das neue Geschäftsjahr ist geglückt. Die im ersten Quartal erwirtschafteten Umsatz- und Ergebniszahlen - zumindest wenn der Blick auf den operativen Gewinn eingeengt wird - lagen über den Analystenschätzungen.

Entsprechend freundlich fiel die Börsenreaktion aus: Mit einem Kurssprung um 4,5% in der Spitze führte die Aktie am Donnerstag die Gewinnerliste im Dax an. Ob die günstige operative Performance eines Quartals ausreicht, um die verunsicherten und verärgerten Investoren nachhaltig zu besänftigen, steht jedoch auf einem anderen Blatt - eine Schwalbe macht ja bekanntlich auch noch keinen Sommer. Angesichts einer Marktkapitalisierung von 57 Mrd. Euro kann beileibe keine Entwarnung gegeben werden. Denn noch immer bringt Bayer inklusive Monsanto damit kaum mehr auf die Börsenwaage, als für den US-Saatguthersteller im vorigen Jahr bezahlt wurde.

Wie es um das Vertrauen der Investoren tatsächlich bestellt ist, wird sich in der heutigen Hauptversammlung zeigen. Auf dem Spiel steht nicht weniger als die Nichtentlastung des Vorstands. Die einflussreichen Stimmrechtsberater, die gerade bei kleineren institutionellen Investoren das Abstimmungsverhalten vorgeben, haben sich gegen die Entlastung des Vorstands ausgesprochen. Zudem haben große Einzelaktionäre zu verstehen gegeben, an diesem Punkt nicht mit der Verwaltung zu stimmen.

Als Vorwurf steht im Raum, dass der Vorstand bei der Übernahme von Monsanto die damit einhergehenden Rechts- und Reputationsrisiken unterschätzt hat. Dem stellt Bayer zwar zwei Gutachten entgegen, die bescheinigen, dass der Vorstand im Rahmen seines qua Aktiengesetz gegebenen Ermessensspielraums gehandelt hat. Die Realität in Form der beiden erstinstanzlichen Urteile im Zusammenhang mit dem glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup spricht jedoch eine andere Sprache. Ganz abgesehen davon, dass die Zahl der anhängigen Glyphosat-Klagen inzwischen auf 13 400 angeschwollen ist.

Die Nichtentlastung hätte zwar keine direkten Folgen für die Führungsriege von Bayer. Eine derartiges Aktionärsvotum - das zugleich ziemlich einzigartig in der Dax-Geschichte sein dürfte - hätte jedoch enorme Signalwirkung. Als das Co-Vorstandsteam der Deutschen Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, in der Hauptversammlung 2015 nur mit 61% entlastet worden war, dauerte es keine drei Wochen bis zum Rücktritt.

Quelle: Börsen-Zeitung (ots) von Annette Becker

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