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Neue OZ: Nur das Geld zählt

Archivmeldung vom 24.12.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.12.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die bayerischen Hausärzte haben eine große Chance verpasst. Die Mediziner hätten sich mit einer einzigen Abstimmung vom Spar-Diktat der Krankenkassen trennen können. Schließlich ist der Onkel Doktor vor Ort alternativlos. Wer sollte die Hausärzte schon ersetzen? Die Kassen wären bei einem Schulterschluss der Ärzte zu erheblichen Zugeständnissen gezwungen gewesen.

Aber der Mehrheit der Mediziner fehlte der Mut. Wahrscheinlich waren es vor allem junge Ärzte, denen das finanzielle Risiko eines Ausstiegs zu groß war. Wer gerade große Summen in den Aufbau seiner Praxis gesteckt hat, kann sich keinen Ausstieg in eine unsichere Zukunft erlauben. Dass ein Erfolg der Ärzte allerdings auch ein Erfolg für die Patienten gewesen wäre, darf bezweifelt werden. Denn es ging weder um Versorgungssicherheit noch um die Qualität der Behandlung. Gestritten wurde vielmehr über die Verteilung der Kassenbeiträge.

Erschreckend ist, wie rücksichtslos die Mediziner diesen Streit auf dem Rücken der Patienten austragen wollten. Insbesondere die Versorgung auf dem Land wäre von einem Ausstieg zeitweise bedroht gewesen. Von einem bevorstehenden Bankrott der Hausärzte kann jedenfalls keine Rede sein: Schließlich liegt ihr Einkommen immer noch dreimal höher als das eines durchschnittlichen Arbeitnehmers. 

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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