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Rheinische Post: Doppelter Atomskandal

Archivmeldung vom 15.04.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.04.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott

In Deutschland sind sich alle einig, dass die maroden Atomreaktoren in Belgien abgeschaltet gehören. Im Block Tihange 2 wurden schon 2012 Tausende von Haarrissen entdeckt, doch die Anlage läuft immer noch. Tihange liegt nur knapp 70 Kilometer von Aachen entfernt. Bei einem größten anzunehmenden Unfall (GAU) könnte die Region unbewohnbar werden. Der typische Südwestwind würde die Radioaktivität weit nach NRW hereintragen; auch Köln und Düsseldorf blieben wohl nicht verschont.

Sehr zu Recht pocht die Bundesregierung zusammen mit NRW auf einen Stopp der Schrottanlagen. Skandalös ist, dass Belgien weghört. Skandalös ist aber auch, dass gleichzeitig Brennelemente aus Deutschland in die Reaktoren in Tihange und Doel gelangen. Berlin sieht keine rechtliche Handhabe dagegen.

Ein Lieferstopp komme nur in Frage, wenn die Sicherheit in Gefahr sei, heißt es. Ist sie das etwa nicht? Eigentlich wäre das ein klarer Fall für die EU, doch für Energieproduktion ist sie nicht zuständig. Dafür untersagt Brüssel lieber die Kürzung des Kindergeldes für EU-Ausländer. Verkehrte Welt!

Quelle: Rheinische Post (ots) von Detlev Hüwel

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