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Absurde Zensur: Facebook verbietet Heinrich-Heine-Zitat

Archivmeldung vom 16.04.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.04.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić

Die Auswüchse der politisch-korrekter Zensur- und Verbotsmaßnahmen werden immer skurriler. Auch bei Klassikern der deutschen Literatur kennen die Zensoren kein Pardon. Dies berichtet das Magazin "Wochenblick.at" unter Verweis auf einen Bericht der "BILD".

Weiter berichtet das Magazin: "„Denk ich an Facebook in der Nacht…“, dürfte sich ein Deutscher aus Stralsund gedacht haben, als er ein Zitat des Dichters, Journalisten und Schriftstellers Heinrich Heine auf seiner Facebookseite postete – denn es dauerte nicht lange und es war verschwunden. Dazu gab es den Hinweis, der Beitrag verstoße gegen die Gemeinschaftsstandards zu „Hassrede und Herabwürdigung“. Weil er es kaum glauben konnte, postete er das inkriminierte Zitat gleich noch einmal.

Dieses stammt aus Heines „Gedanken und Einfälle“ und lautet:  „Der Deutsche gleicht dem Sklaven, der seinem Herrn gehorcht ohne Fessel, ohne Peitsche, durch das bloße Wort, ja durch einen Blick. Die Knechtschaft ist in ihm selbst, in seiner Seele; schlimmer als die materielle Sklaverei ist die spiritualisierte. Man muß die Deutschen von innen befreien, von außen hilft nichts.“

Klage gegen erneute Löschung und Sperre

So viel Hartnäckigkeit konnten die Zensoren des US-Konzerns gar nicht goutieren. Abermals wurde das Zitat gelöscht und statt drei Tagen gab es eine 7-tägige Sperre für den renitenten Nutzer aus dem deutschen Stralsund. Dies will sich der Facebook-Nutzer und Kaufmann Dirk Schwarzrock (59) jedoch nicht bieten lassen. Wie die Bild-Zeitung berichtet, hat er nun eine Klage gegen den Social-Media-Konzern eingereicht. Und diese wurde bereits an die irische Verteidigung von Facebook zugestellt, wie sein Anwalt bekanntgab.

Wie im Nationalsozialismus

Gegenüber der „Bild“ verglich er das Vorgehen des Konzerns mit der Diktatur in der DDR: „Ich bin über das Verbot des Heine-Zitates entsetzt. 1986 bin ich einst aus dem SED-Regime ausgereist, nachdem ich den NVA-Wehrdienst verweigerte und inhaftiert wurde. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass die freie Meinungsäußerung einmal wieder so eingeschränkt werden würde.“ Dabei war Heine in der DDR ausnahmsweise gar nicht verboten, sondern wurde sogar breit rezipiert.

Anders war es in der Zeit des Nationalsozialismus, denn da wurde sein Werk ab 1940 verboten. Und das, obwohl sogar der „eiserne Kanzler“ Otto von Bismarck gesagt haben soll: „Vergessen die Herren denn ganz, daß Heine ein Liederdichter ist, neben dem nur noch Goethe genannt werden darf?“ Aber Bismarck ist ja heute auch nicht mehr en vogue, den Hitler im Gegensatz zu Heinrich Heine ganz gut fand.

Quelle: Wochenblick

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