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WAZ: Krise lässt Arbeitskosten steigen

Archivmeldung vom 31.03.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 31.03.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

In Frankreich müsste die Nachricht der Bundesstatistiker eigentlich Freude auslösen. Die deutschen Arbeitskosten sind 2009 wegen der Krise deutlich gestiegen. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft sinkt dadurch tendenziell. Genau das hatte die französische Finanzministerin Lagarde vor einigen Tagen gefordert.

Denn die deutsche Exportstärke und die dadurch hervor gerufenen Handelsüberschüsse hätten zu einem Ungleichgewicht in der Euro-Zone geführt. Baut die Krise die beklagte Dominanz der deutschen Wirtschaft ab?

Wohl kaum. Denn die gestiegenen Arbeitskosten in deutschen Unternehmen sind bei genauerem Hinsehen keine Trendwende, sondern nur ein krisenbedingter Spezialeffekt, der u. a. mit der Kurzarbeit zusammenhängt. Diese staatliche Subvention ersetzt dem Arbeitgeber, der seine Belegschaft trotz Krise hält, nur einen Teil seiner Arbeitskosten. Deshalb stiegen die Kosten pro Stunde.

Das ist aber so minimal, dass es am generellen EU-Problem nichts ändert: Zwischen den höchsten und den niedrigsten Arbeitskosten in der Union liegen immer noch Welten. Das zu ändern, ist Sache einer nachhaltig angelegten Politik. Schnellschüsse wie aus Frankreich helfen da nicht weiter.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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