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Vorwände und Provokationen

Archivmeldung vom 20.10.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.10.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Patrick Clawson, Forschungsdirektor beim Washington Institute for Near East Policy (WINEP), erregte vor einem Monat mit seinen Bemerkungen während einer Diskussion über die US-Außenpolitik gegenüber dem Iran einige Aufmerksamkeit. Clawson sagte: "Ich glaube, es ist wirklich hart, eine Krise zu initiieren, und ich kann nicht wirklich erkennen, wie der US-Präsident uns in einen Krieg mit dem Iran bringen kann, weshalb ich schlussfolgere, dass falls es keinen Kompromiss gibt [d.h. falls die Iraner ihr Atomprogramm nicht einstellen], dann wäre der traditionelle Weg, auf dem Amerika in den Krieg zieht, jetzt das Beste für die US-Interessen."

Er argumentierte, dass die Provokationen bei Fort Sumter, der USS Maine, der Lusitania, bei Pearl Harbor und beim Golf von Tongking jeweils erfolgreich dazu beitrugen die widerwilligen Vereinigten Staaten in einen Krieg zu ziehen. Er sagte, "dass falls die Iraner keine Kompromisse eingehen, dann wäre es das Beste, wenn jemand anders den Krieg beginnen würde." 

Er fuhr fort, dass das mysteriöse Versinken eines iranischen U-Bootes das iranische Militär zu einem Gegenschlag provozieren könnte, was einen amerikanischen Kriegseintritt rechtfertigen würde. 

"Schaut, Leute, iranische U-Boot tauchen regelmäßig unter. Eines Tages kommt eines vielleicht nicht wieder hoch. Wer wüsste schon, wieso? Wir befinden uns in einem Spiel, bei dem wir verdeckte Mittel gegen die Iraner benutzen. Wir könnten dabei noch garstiger werden."

Wenn ein politischer Insider so locker über die mutwillige Provokation eines Krieges sinniert, spricht das Bände über das moralische Klima in Washington. Politik-Streber in Denkfabriken reden jetzt offen über "Kriseninitiation" und die Möglichkeiten von Anschlägen unter falscher Flagge. Bob Dole würde sagen: "Wo ist die Empörung?"

Seit Jahren versuchen die Kriegshetzer in Washington und Tel Aviv jetzt schon darzulegen, dass es Aggressionen seitens des Irans gibt und dass dies eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellt, ungeachtet der Tatsache, dass das Land nur ein sehr schwache Armee hat, die seit Jahrhunderten kein anderes Land mehr offensiv angegriffen hat. Darüber hinaus ist die iranische Wirtschaft vom Export abhängig, der Iran ist daher nicht an einem Konflikt interessiert, der zu einer Schließung der Straße von Hormuz führen würde.

Aber die Kriegshetzer argumentieren, dass die Bedrohung nicht von Teherans begrenzten konventionellen Streitkräften ausginge, sondern von seiner angeblichen Ambition in den Besitz von Atomwaffen gelangen zu wollen. Das Problem mit diesem Argument ist, dass die US-Geheimdienste in den letzten fünf Jahren zwei mal "mit einem hohen Grad an Sicherheit" festgestellt haben, dass der Iran sein unterentwickeltes Atomwaffenprogramm im Jahr 2003 abgebrochen hat. Außerdem hat der Iran den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben und es wurde festgestellt, dass die Anforderungen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) erfüllt wurden.

2008 berichtete der investigative Journalist Seymour Hersh, dass der Stab von Vizepräsident Dick Cheney einen Plan entwickelt hatte, der die Verwendung von vorgetäuschten iranischen Schiffen beinhaltete sowie US-Truppen, die getarnt als iranische Seeleute unter falscher Flagge einen Anschlag auf amerikanische Schiffe durchführen sollten, um die Öffentlichkeit glauben zu machen, dass die Iraner die USA angegriffen haben. Obwohl die Geschichte von der US-Regierung als Hörensagen abgetan und von den Mainstream-Medien größtenteils übersehen wurde, erinnerte sie viele daran, wie die Johnson Administration 1964 den fabrizierten Zwischenfall im Golf von Tongking nutzte, um eine Rechtfertigung für die Ausweitung des Vietnamkrieges zu haben.

Letztes Jahr behauptete das US-Justizministerium einen Plan vereitelt zu haben, der von Elementen der iranischen Regierung durchgeführt worden wäre, wobei ein saudischer Diplomat in den USA von einem angeheuerten mexikanischen Attentäter getötet werden sollte. Diese Geschichte machte auch gleich Schlagzeilen, aber als herauskam, dass der Killer, den die Iraner angeblich beauftragt hatten, ein bezahlter Informant der US-Drogenbehörde war, versickerte die Geschichte schnell im Sand. 

Die Kriegshetzer versuchen dem Iran auch verschiedene Bombenattentate und sogenannte Cyber-Attacken in die Schuhe zu schieben, obwohl sie keine Belege für ihre Behauptungen liefern. 

In der Zwischenzeit haben die USA eine mächtige Armada in den Persischen Golf verlegt. 

Diese Aktionen folgen den harten ökonomischen Sanktionen, die schweren Schaden in der iranischen Wirtschaft anrichteten und die das Land daran hinderten am internationalen Handel teilzunehmen. Die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten haben eine effektive Wirtschaftsblockade errichtet, die unsägliches Leid in der iranischen Bevölkerung verursacht und die nach internationalem Recht als Kriegshandlung anzusehen ist. 

Die Vorwürfe der Aggression, des Terrorismus und der Cyber-Angriffe, die die USA und Israel gegen den Iran erheben, entbehren nicht einer gewissen Ironie; Washington und Tel Aviv sind dieser Handlungen, der sie Teheran bezichtigen, nämlich selbst schuldig. 

Die USA haben zwei von Irans Nachbarländern (Irak und Afghanistan) erobert und besetzt, haben Basen von dort bis Zentralasien im Norden und haben, wie schon vorher erwähnt, Kriegsschiffe im Persischen Golf positioniert. Die USA haben den Iran eingekesselt. Wer ist also der Aggressor? 

Die Regierungen Israels und der USA haben außerdem bereits seit Jahren die Terrorgruppe Mudjaheddin e-Khalq (MEK) in einem Stellvertreterkrieg gegen den Iran unterstützt. MEK ist längst als gewaltbereite und extremistische Organisation bekannt, die unschuldiges Blut vergoss, sowohl iranisches als auch amerikanisches. Diese Gruppe befindet sich auch auf der Terrorliste des US-Außenministeriums, aber es gibt momentan eine gut finanzierte Kampagne den Kopf der Gruppe von der Liste streichen zu lassen, damit dieser Stellvertreterkrieg legal ausgeweitet werden kann. Wer unterstützt also Terroristen? 

Auch letztes Jahr kam heraus, dass Stuxnet — das Computervirus, welches das von der IAEA geprüfte iranische Urananreicherungsprogramm lahmgelegt hat — von den USA und Israel entwickelt wurde. Gemäß vieler glaubwürdiger Quellen innerhalb der US- und israelischen Geheimdienste war Stuxnet Teil eines geheimen Programms "zunehmend ausgefeilterer Angriffe" auf die iranische Infrastruktur. Wer verübt also Cyber-Attacken? 

Ein objektiver Beobachter dieser Ereignisse könnte zu dem Schluss kommen, dass tatsächlich die USA und Israel die Aggressoren sind und Iran das Opfer. Seit dem Kollaps der Sowjetunion und dem Ende der "bipolaren" Ära des Kalten Krieges war die US-Regierung nicht mehr mit einem direkten Kontrahenten konfrontiert. Aber anstatt den Sieg zu erklären und heimzukehren, nutzte die US-Regierung diesen "unipolaren" Moment um der globale Hegemon zu werden. 

Der Fakt ist einfach, dass die iranische "Bedrohung" daher rührt, dass Teheran sich Washingtons versuchter globaler Dominanz widersetzt. Imperien dulden aber keinen Widerstand. 

Der Kalte Krieg war in der Hinsicht wie jeder andere Krieg, dass er mit einem Transfer von Macht und Reichtum zur Regierung einherging. Bürokratische Netzwerke wurden gefestigt sowie finanzielle, wirtschaftliche und spezielle Interessen, die sich schon vor Amerikas Eintritt in den Ersten Weltkrieg formierten. Das "Arsenal der Demokratie" aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges entwickelte sich in den "militärisch-industriellen Komplex" des Kalten Krieges. Dieser etablierte Komplex stimmte seiner Auflösung nicht zu, obwohl sein Daseinszweck vor zwei Jahrzehnten erfüllt wurde. 

Dies sollte einen Menschen mit einem Grundverständnis der Ökonomie und der menschlichen Natur nicht überraschen. Wenn man jedes Jahr hunderte Milliarden Dollar für Waffen und die "nationale Sicherheit" ausgibt, muss das einen Effekt auf die Politik und die Kultur der Nation haben. Dieses Problem wurde selbstverständlich bereits 1961 von Präsident Eisenhower in seiner Abschiedsrede angesprochen. 

Man sollte denken, dass diese politischen Figuren, die jetzt wieder nach einem Krieg rufen, von einer kriegsmüden und zunehmend verarmten Wählerschaft aus dem Amt geworfen werden müssten, aber in Wahrheit ist die Mehrheit der Amerikaner ignorant gegenüber diesen außenpolitischen Realitäten. 

Für diejenigen Amerikaner, die sich nicht von dieser kriegstreiberischen Propaganda der imperialen Planer und Profiteure in Washington blenden lassen, ist es eine Pflicht, andere über die wahre Natur der US-Außenpolitik aufzuklären und sie von der Wichtigkeit der Verhinderung eines weiteren unheilvollen Krieges zu überzeugen.

Paul Tim Kelly (infowars.com) - Text übersetzt von Christian Stolle- www.we-are-change.de/

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