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Pandemische Risiken

Archivmeldung vom 06.07.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.07.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić

Im Kampf gegen das Coronavirus und seine zahlreichen Varianten wurden profane historische Abwehrinstrumente wie Abstand und Isolation zum Mittel der Wahl. Zugleich erhielt die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft einen neuen Schub; denn man hoffte, den Schäden physischer Kontaktsperren durch virtuelle Vernetzung zu begegnen. Indes hat die im vergangenen Jahr deutlich angestiegene Interaktion von Menschen und Unternehmen im World Wide Web auch das Einfallstor erweitert für eine Bedrohung, die ebenfalls geradezu viralen Charakter annimmt.

In Deutschland waren einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom zufolge bereits im Vorkrisenjahr 2019 drei Viertel aller Unternehmen von Cyberattacken mit dem Ziel von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen. Zwei Jahre zuvor war es nur rund die Hälfte. Ein Grund für die sprunghafte Zunahme der Attacken liegt in der wachsenden globalen Vernetzung, bei der der erfolgreiche Angriff auf ein Unternehmen enorme Dominoeffekte nach sich ziehen kann.

Jüngstes Beispiel ist die Ransomware-Attacke auf den US-IT-Dienstleister Kaseya, die binnen kurzer Zeit tausende Kunden in Mitleidenschaft gezogen hat, darunter auch zwei IT-Service-Unternehmen hierzulande. Ransomware besitzt nach Einschätzung von Sicherheitsexperten unter allen Modi Operandi der Cybercrime-Szene das höchste Schadenspotenzial. Denn die Erpresser kombinieren die Verschlüsselung von IT-Systemen zunehmend mit umfangreichem Datendiebstahl, so dass den Opfern nicht nur massive und kostenintensive Geschäftsunterbrechungen, sondern langfristige Nachteile und Verluste entstehen. Nicht nur der Umfang, auch die "Qualität" der Angriffe hat dramatisch zugenommen. Anstelle von einzelnen Hackern haben es Behörden und Unternehmen nun oft mit gut ausgerüsteten und technologisch äußerst versierten Cyberbanden zu tun.

Diese haben nicht nur mitunter Staatsressourcen im Rücken, die von westlichen Sicherheitsfirmen im Wesentlichen in Russland und China vermutet und als Teil eines Systemkampfs zwischen globalen Hegemonialmächten betrachtet werden. Sie wachsen auch dynamisch mit dem Erfolg. Denn jede Zahlung der Opfer stärkt die Finanzen der Underground Economy und deren Möglichkeiten, neue Malware zu entwickeln. Eine Stärkung der Abwehrkräfte ist ebenfalls nötig, sonst besteht die Gefahr, dass die eine oder andere Schadsoftware ebenfalls pandemischen Charakter entfaltet.

Quelle: Börsen-Zeitung (ots) von Heidi Rohde

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