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Neue Westfälische (Bielefeld): Agenten des syrischen Geheimdienstes in Berlin

Archivmeldung vom 08.02.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.02.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Mit der Festnahme der mutmaßlichen Spione Mahmud el A. und Akram O. erreicht der syrische Konflikt Europa. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wonach die beiden Männer für die syrischen Geheimdienste Oppositionelle in Deutschland observiert haben, liefert das Regime in Damaskus weitere Nachweise für dessen verzweifelte Situation: Baschar al Assad verfolgt den friedlichen Widerstand, den Fortschrittswillen und den Ruf nach Freiheit jetzt auch im Ausland. Ferhad Ahma hatte dies bereits vermutet, als ihn im Dezember zwei unbekannte Männer niedergeknüppelt hatten.

Obwohl die Staatsanwaltschaft bisher keinen Zusammenhang zwischen den laufenden Ermittlungen und dem Überfall auf den Berliner Lokalpolitiker sieht, stützen die Haftbefehle doch eindrucksvoll dessen These. Derweil bestellte Guido Westerwelle den syrischen Botschafter ein - eine weitaus schärfere Reaktion als noch direkt nach der Attacke auf Ahma; da lud der Außenminister nur zu einem Gespräch ins Auswärtige Amt. Aktionen gegen syrische Oppositionelle in Deutschland, hieß es, würden "in keiner Weise akzeptiert". Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Syrien haben sich erneut immens verschlechtert. Mehr als diplomatische Konsequenzen zieht dieses Kapitel freilich kaum nach sich.

Quelle: Neue Westfälische (Bielefeld) (ots)

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