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Westfalenpost: Zum Rücktritt von Bahnchef Rüdiger Grube - Keine gute Nachricht für Bahnfahrer

Archivmeldung vom 31.01.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 31.01.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott

Dieser Rücktritt kommt zur Unzeit. Überraschend hat Bahnchef Rüdiger Grube die Brocken hingeworfen, hört von einem Tag auf den anderen auf. Ein so überflüssiger wie unnötiger Streit um seine Vertragsverlängerung ist der Grund. Vor allem für die Bahnkunden könnte sich das als eine schlechte Nachricht erweisen. Grube hat die Deutsche Bahn wieder auf das richtige Gleis gesetzt. Sein Vorgänger Hartmut Mehdorn hatte Bahnfahrern wie -personal mit seinem Kurs Richtung Börse noch schwer zugesetzt, das Unternehmen fast totgespart.

Grube setzte der Sparbahn eine Zukunftsvision entgegen, nahm Kunden wieder ernst, umwarb sie mit neuen, modernen Angeboten. Aber Mehdorns Erbe wog und wiegt schwer; die über Jahre vernachlässigte Infrastruktur - Züge, Schienen, Bahnhöfe - ist auch heute noch Ursache vieler Verspätungen und Ausfälle; zumal auch ihre Sanierung Zeit braucht.

Und längst nicht alles gelang Grube. Die Güterverkehrssparte bleibt ein Sorgenkind, im politisch verordneten Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 wird die Bahn noch etliche Milliarden versenken - ohne großen Nutzen. Grubes Nachfolger also tritt kein leichtes Amt an.

Wobei der erst einmal gefunden werden muss. Eigentlich sollte Merkels einstiger Kanzleramtsminister Ronald Pofalla einmal den Vorstandsvorsitz des Staatsunternehmens übernehmen - das aber definitiv nicht in diesem (Wahl-)Jahr.

Ob sich da ein Übergangskandidat finden lässt, ist die eine Frage. Ob Pofalla wirklich geeignet ist, die schwerwiegendere andere. Grube hat sich gegen so manche Zumutung aus dem Verkehrsministerium gewehrt - etwa die Milliardendividende für den Bund. Solcher Widerstandsgeist ist bei Pofalla eher nicht zu erwarten.

Quelle: Westfalenpost (ots)

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