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Rheinische Post: Guttenbergs Mission

Archivmeldung vom 13.12.2011

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.12.2011 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Den ehemaligen Bundeswirtschaftsminister, ehemaligen CSU-Star und ehemaligen Doktoranden Karl-Theodor zu Guttenberg drängt es in die Öffentlichkeit. Koste es, was es wolle. Anders lässt sich sein skurriler Auftritt an der Seite von EU-Kommissarin Neelie Kroes gestern in Brüssel nicht erklären. Ausgerechnet der Mann, dem Internetaktivisten in minuziöser Kleinarbeit Hunderte Plagiate in seiner Doktorarbeit nachgewiesen und damit zu Fall gebracht haben, soll nun Berater für Internetfreiheit werden.

Ein Mann, dessen Anstand und Aufrichtigkeit, gelinde gesagt, arg beschädigt sind, soll in diktatorischen Regimen internetaffinen Jugendbewegungen Gehör verschaffen? Zu Guttenberg hat in seinem jüngst veröffentlichten Interview-Buch angegeben, dass ihn die mit Plagiaten überhäufte Doktorarbeit überfordert habe. Einen wichtigen Posten bei der EU traut er sich aber offenbar zu. Man möchte diesem seltenen politischen Talent zurufen, sich selbst zu überprüfen, in sich zu gehen und die Zeit für sich arbeiten zu lassen. Wer zu früh kommt, den bestraft das Leben, heißt es. Guttenbergs Rückkehr ist nicht nur zu früh. Seine Rehabilitationsstrategie ist bereits gescheitert, bevor sie begonnen hat. Wer berät eigentlich diesen Mann?

Quelle: Rheinische Post (ots)

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