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Neue OZ: Kommentar zu Iran

Archivmeldung vom 20.06.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.06.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die hässliche Fratze der Tyrannei hat viele Gesichter. Im Iran zeigt sie sich in Gestalt eines väterlich wirkenden Religionsführers mit Rauschebart und mahnendem Zeigefinger. Was Ayatollah Ali Chamenei in seiner Freitagspredigt jedoch sagte, war nichts Geringeres als eine letzte Warnung an die Teilnehmer der Massenproteste.

Die mutigen Studenten, Frauengruppen und Menschenrechtler stehen jetzt eine Woche nach dem fingierten Urnengang vor der eigentlichen Wahl, wie Diktatoren Demokratie verstehen: aufgeben und schweigen oder unter den Knüppeln und Gewehrkolben der Milizen untergehen.   Ayatollah Ali Chamenei ist keine geistliche Instanz, sondern oberster Befehlshaber von Armee und Revolutionsgarden. Dutzend Tote und viele Verhaftungen gab es bereits. Da helfen auch keine Protestnoten aus Europa oder den USA: Chamenei wird nicht davor zurückschrecken, den Ruf nach Freiheit mit aller Gewalt zum Schweigen zu bringen. So wird im Iran seit Jahrzehnten geherrscht.

Zudem sollte bei aller Sympathie für viele der Protestteilnehmer nicht ignoriert werden, dass sich der sogenannte Oppositionsführer Mussawi in vielen Fragen wie beim Atomprogramm nicht von Amtsinhaber Ahmadinedschad unterscheidet. Mussawi will auch keinen Regimewechsel, nur einen Positionswechsel - zu seinen Gunsten. Die Träume der iranischen Jugend dürften bald platzen.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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