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Allg. Zeitung Mainz: Sorgenkind Hahn

Archivmeldung vom 22.08.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.08.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Zwischen Pest und Cholera muss man sich manchmal entscheiden - oder, nach der griechischen Mythologie, zwischen Skylla und Charybdis, beides sagenumwobene Ungeheuer in der Meeresenge von Messina. Besser kann man das Dilemma der rheinland-pfälzischen Landesregierung in Sachen Flughafen Hahn nicht beschreiben. Dem Airport droht wegen hoher Verluste in absehbarer Zeit die Pleite. Und ein Privatinvestor ist derzeit so weit entfernt wie Mainz von Messina. Wer will schon ein Unternehmen erwerben, das auf Jahre klar erkennbar Millionenverluste macht?

Bleiben noch zwei weitere Möglichkeiten: Rheinland-Pfalz schießt weiteres Geld in den Flughafen. Dann allerdings gerät es womöglich in Konflikt mit der EU-Kommission wegen unerlaubter staatlicher Beihilfe - der Nürburgring lässt grüßen. Also bliebe als weiterer Ausweg die Übernahme von Infrastruktur durch das Land, etwa über seine Landesbetriebe. Dadurch könnte der Aiport, der vor allem wegen der hohen Investitionen der vergangenen Jahre in den roten Zahlen ist, entlastet werden. Tatsächlich muss die Frage erlaubt sein, warum ein Flughafen Kläranlagen bauen und Straßen zur Landespolizeischule unterhalten muss. Allerdings wäre auch dieser Schritt eine Belastung für den Landeshaushalt, wenn auch nicht so sichtbar wie bei direkten Finanzspritzen. Der Flughafen Hahn droht schweren Zeiten entgegen zu gehen. Die Regierung von Kurt Beck muss nun dem Bürger ehrlich sagen: Was kommt auf den Steuerzahler an Belastungen in den kommenden Jahren wirklich in Sachen Flughafen zu? Jetzt kann sie zeigen, ob sie aus dem Debakel am Nürburgring gelernt hat.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz (ots)

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