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Börsen-Zeitung: Fröhlich geschieden

Archivmeldung vom 26.10.2007

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.10.2007 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Jens Brehl

Scheidungen sind selten ein Zuckerschlecken. Das beweist die jüngste Quartalsbilanz der neuen Daimler. Auch wenn der Name des Ex-Partners ausradiert wurde, unter dem Strich fiel, man könnte sagen wegen der trennungsbedingten Steuerklassenänderung, ein erklecklicher Verlust von 1,5 Mrd. Euro an.

Dass dies als Schnee von gestern begriffen wird, lässt sich an der Reaktion des Aktienkurses auf das Zahlenwerk ablesen. Anleger im Daimler-Optionsschein mit dem Basispreis null und unendlicher Laufzeit (Aktie) handeln eben die Zukunft. Und dort leuchtet der Stern so hell wie schon lange nicht mehr.

Beachtliche 9,5% Rendite fuhr die Pkw-Sparte im dritten Quartal ein. Im laufenden Vierteljahr könnte es sogar noch etwas mehr sein, gilt der Zeitraum zwischen Oktober und Dezember doch als der stärkste Dreimonatsturnus innerhalb eines Jahres. Die C-Klasse verkauft sich wie geschnitten Brot, Smart ist auf Linie und selbst mit Maybach werden Gewinne eingefahren. Das Ziel, bis 2010 eine Umsatzrendite von 10% im Pkw-Geschäft einzufahren, ist zumindest punktuell zum Greifen nah.

Das Lkw-Geschäft präsentiert sich in Anbetracht massiver Einbrüche auf den beiden Triade-Märkten USA und Japan sehr robust, auch wenn inzwischen frühestens im ersten Quartal 2008 mit einem Umschwung in den USA gerechnet wird. Lediglich die Finanzsparte hat noch unter Trennungsschmerz zu leiden. Aber auch dort erwartet Finanzchef Bodo Uebber eine Normalisierung in absehbarer Zeit. Und 14% auf das eingesetzte Kapital wird der ihm unterstellte Bereich selbst 2007 verdienen.

Bleibt zu fragen, wo die Fantasie herkommen soll, die den Aktienkurs von Daimler wieder in altbekannte Höhen um die 90 Euro aufsteigen lässt. Das Aktienrückkaufprogramm ist im Kurs eingepreist, ebenso die starke Margenentwicklung. Die aufstrebenden Schwellenländer wie Russland und China liefern offenbar den Stoff, aus dem die Anlegerträume sind. Hier liegt tatsächlich großes Potenzial für Mercedes.

Wachstumsraten beim eigenen Pkw-Absatz von mehr als 50% in China und in Russland sind ein Beweis dafür, dass das Premiumprodukt Mercedes in diesen Staaten einen ganz besonderen Sex-Appeal versprüht und diesen auch behalten dürfte. Scheiden tut zwar weh, aber anschließend lebt es sich häufig umso unbeschwerter.

Quelle: Pressemitteilung Börsen-Zeitung

 

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