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Neues Deutschland: zur Eskalation des Kriegs in Gaza

Archivmeldung vom 09.01.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.01.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Nach den gestern aus Libanon auf Israel abgefeuerten Raketen stand das Wort vom drohenden Zwei-Fronten-Krieg (für Israel) schnell im Raum. Dass dieser tatsächlich droht, dafür spricht allerdings sehr wenig.

Nicht nur, weil es vergleichsweise harmlose Geschosse waren, die da aus welcher politischen Dummheit auch immer über die israelische Grenze gejagt wurden. Die libanesische Hisbollah, israelische Kriegsgegnerin von 2006, hat sich gerade im Machtgefüge des libanesischen Staates etablieren können und deshalb vermutlich sehr wenig Interesse, diesen politischen Erfolg durch militärische Abenteuer aufs Spiel zu setzen. Sie kommt als Urheberin dieses Scharmützels daher kaum in Frage; eher schon versprengte palästinensische Freischärler. Der Vorgang verweist allerdings noch auf etwas anderes. Die mit großem Getöse - finanziell wie propagandistisch - aufgezogene NATO/UNO-Monitoring-Mission in Libanon ist recht nutzlos, jedenfalls für die Aufgabe der Konfliktverhütung. Sie verhindert keine Desperado-Attacken aus libanesischem Gebiet und schon gar nicht, dass Israel zurückschießt, ehe es Aufklärung verlangt. Es wäre hilfreich, wenn sich die deutschen Bundestagsabgeordneten daran erinnerten, ehe sie - bis auf die LINKE praktisch diskussionslos - das Mandat für den Einsatz von Streitkräften im Rahmen von UNIFIL  mal wieder verlängern.

Quelle: Neues Deutschland

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