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Der scharfzüngige Kritiker Günther Grass in seiner eigenen Angelegenheit sehr dünnhäutig

Archivmeldung vom 20.10.2007

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.10.2007 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

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Nachfolgend ein Leserkommentar zu unserer Meldung vom 13.10.2007 mit der Überschrift: "Günter Grass kritisiert scharf die "Niedertracht" seiner Kritiker".

Günther Grass Kritik an seinen Kritikern wegen der spät eingestandenen SS-Mitgliedschaft ist mehr als verlogen, konterkariert er doch damit alle seine eigenen Kritiken der bundesdeutschen Gesellschaft wegen Nichteingestehen der Nähe zum Nationalsozialismus!

Hätte Grass 1984 anläßlich des Besuches von Kohl und Reagan auf dem Bitburger Soldatenfriedhof, wo ja auch einige blutjunge SS-Soldaten - wie er einer war - begraben waren, damals seine verschwiegene Mitgliedschaft bei der Waffen-SS bekannt und wäre dafür eingetreten, daß die Politiker unbeschadet von allzu umerzogener linker Kritik diesen Besuch in Würde vor Toten durchführen hätten können, wäre ihm alles erspart geblieben, was er heute larmoyant kritisiert! Die Argumente, mit denen er heute seinen Kritikern wegen des verspäteten Eingestehens antwortet, hätten damals wie heute auch für die toten SS-Soldaten gegolten: "wir waren so im Geiste des NS-Staates erzogen, wir kannten nichts anderes, wir glaubten fast bis zum Schluß an den Endsieg", und so weiter, und so fort. Kein Zeitpunkt wie dieser 1984 vor dem Friedhofsbesuch hätte für Grass sich geeigneter erwiesen, niemand hätte ihn dann kritisiert für das späte Eingestehen, der damalige Zeitpunkt wäre auch ein Verneigen vor den toten Jahrgangskameraden von Grass gewesen, die nicht das Glück hatten, damals mit dem Leben davongekommen zu sein wie er. Waren sie damit schuldiger als er, genauso geprägt von Kindheit und Jugend im NS- Staat wie er, Grass? Natürlich nicht! Seine Kritiker hierzulande haben ihn ja nicht wegen der "Verstricktheit ins System" getadelt, sondern ausschließlich wegen des (zu) späten Eingestehens, diese Tatsache negiert Grass völlig. Der verstorbene Walter Kempowski hat mit seiner Geringschätzung von Grass schon recht, obwohl Kempowski - nur 2 Jahre jünger - auch ins "System" verstrickt war, aber im Gegensatz zu Grass sich weitgehend entzogen hat, hatte dieser es nicht nötig, sich als "antifaschistischer Haudrauf" und "Linksapostel" zu profilieren. Zum Dank dafür wurde trotz seiner 8-jährigen Bautzenhaft von Leuten wie Grass die DDR schöngeredet und als "Hort des Antifaschismus" hochgejubelt, im Gegensatz zu der "faschistoiden" Bundesrepublik! Nein, Herr Grass, Ihre Kritiker haben völlig recht, überzogen und pharisäerhaft kritisieren nur Sie!

Leserkommentar von Karl-P. Schlor

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