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Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum neuen Milchfonds

Archivmeldung vom 20.10.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.10.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

In keinem anderen Politikfeld werden so viele nicht nachvollziehbare Entscheidungen getroffen wie in der Landwirtschaft. Gestern war wieder einmal EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel an der Reihe, das zu bestätigen.

Sie hat einen neuen Milchfonds vorgeschlagen. 280 Millionen Euro soll die Europäische Union kommendes Jahr zusätzlich an ihre Mitgliedsländer verteilen. Pro Landwirt sind das etwa 1000 Euro. Das klingt wenig? Das ist eine Farce. Warum, zeigt ein Blick in den Haushalt, den die EU für das laufende Jahr aufgestellt hat: 133,8 Milliarden Euro will sie insgesamt ausgeben. Das meiste Geld wird als Agrarausgaben verbucht: satte 55,1 Milliarden Euro. Man fragt sich, warum die Landwirte es angesichts dieser Größenordnung überhaupt noch wagen, sich zu beklagen? Nun: Sie bekommen wenig - im Vergleich zu Industrie, Adeligen und Agrargroßbetrieben. Diese führen die Liste der EU-Agrarhilfeempfänger an. Die Frage der Verteilungsgerechtigkeit steht nach wie vor im Raum. Fischer Boel wird sie auch mit 280 Millionen Euro nicht beantworten können.

Quelle: Westfalen-Blatt

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