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BERLINER MORGENPOST: Eine perfide Strategie - Kommentar

Archivmeldung vom 10.04.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.04.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott

Spannungen gab es in der deutsch-türkischen Community schon immer. Die Spannungen im deutschen "Exil", das für viele Türken längst zur Heimat geworden ist, blieben aber überschaubar. Viele Hauptstädter mit türkischen Wurzeln haben sich für die Streitereien schlicht nicht mehr interessiert.

Seit Recep Tayyip Erdogan ist das anders. Mit seiner "Stolzer-Türke-oder-Terrorist"-Rhetorik hat der türkische Präsident die Konflikte neu entfacht. Ganz bewusst, und nicht versehentlich oder aus Naivität, haben die Handlanger seines Geheimdienstes den deutschen Behörden deshalb die Spitzelliste mit den Namen (vermeintlicher!) Terroristen zugesteckt. Mit dieser Liste, auf der nicht nur 25, sondern sogar 60 Berliner stehen, wie die Polizei am Sonnabend mitteilte, hat das Erdogan-Regime auch hierzulande Zwietracht gesät.

Denn auch hier sollen die Türken einen "starken Mann" herbeisehnen - und Erdogans Verfassungsreform abnicken. Dieses Kalkül ist perfide. Es ist demokratiefeindlich. Es ist menschenverachtend. Es bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Türken es durchschauen - und Erdogan eine Abfuhr erteilen.

Quelle: BERLINER MORGENPOST (ots) von Ulrich Kraetzer

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