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In der Zukunft zuhause

Archivmeldung vom 18.08.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.08.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić

An der Börse, so lautet ein viel zitiertes Bonmot, wird die Zukunft gehandelt. Und den Bewertungsmaßstab dafür, so muss wohl hinzugefügt werden, liefern die EZB und andere Notenbanken gleich dazu. Schon zu Beginn der Coronakrise, im März 2020, hat die Zentralbank ihr zusätzliches Not-Anleihekaufprogramm PEPP lanciert, so dass sich die Aktienkurse in Erwartung weiterhin niedriger Zinsen und einer geldpolitischen Konjunkturstütze früh erholt haben.

Die privaten Haushalte in Deutschland, im Lebensalltag weit von EZB und Börse entfernt, haben das nicht sofort begriffen und ihr unverhofft angespartes Geld in der Coronakrise erst einmal auf dem Bankkonto liegen lassen. Nach und nach aber gewannen erst Einzelaktien und später Fonds an Relevanz. Das Geld kommt im Fondsgeschäft an.

Die Branche hat ihren Absatz also wieder einmal der EZB zu verdanken - ähnlich wie vor gut sechs Jahren. Im März 2015 hatte die Notenbank bereits ihr umstrittenes reguläres Anleihekaufprogramm gestartet. Schon im Vorfeld stiegen die Börsenkurse damals an - und Fonds erzielten hohe Zuflüsse. Der Aktienboom ergibt dabei aus Anlegersicht Sinn, denn in der Erwartung dauerhaft niedriger Zinsen sind künftige Unternehmensgewinne aus heutiger Sicht rechnerisch mehr wert. Während Banken, Bausparkassen und Lebensversicherer im Niedrigzinsumfeld unter Druck geraten, lebt die deutsche Fondsbranche prächtig davon. Das verwaltete Vermögen steigt und die Kundschaft steht Schlange.

In einer anderen Zinslandschaft hätte sich der starke Anstieg der Aktienkurse vermutlich erst in der Zukunft ereignet, die Notenbanken haben die künftige Entwicklung somit ein Stück weit vorweggenommen. Eine Branche, die vom Bestand der verwalteten Vermögen lebt, ist also bereits in der Zukunft zuhause. Das Volumen hat die Branche dabei in Deutschland seit Anfang 2020 um sage und schreibe 20% auf 4,09 Bill. Euro erhöht.

Das wird nicht ewig so weitergehen: Indizien einer Abkühlung sind schon da. Im zweiten Quartal fiel das Neugeschäft der Aktienfonds auf hohem Niveau bereits etwas schwächer aus, als die Börsenkurse langsamer zugelegt haben als zuvor. Eine internationale Fondsmanagerumfrage wiederum fängt in der Zunft bereits pessimistische Töne zur Weltwirtschaft ein. Freilich handelt es sich bei der Einsicht, dass ein starkes Wachstum nicht bis in alle Ewigkeit fortgeschrieben werden kann, um ein Luxusproblem. Die Branche lebt komfortabel.

Quelle: Börsen-Zeitung (ots) von Jan Schrader

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