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WAZ: Wiesehügel in der Zwickmühle

Archivmeldung vom 30.12.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.12.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Ob sich die IG BAU einen Gefallen getan hat, als sie in der Causa Hochtief vorpreschte und mit ACS verhandelte, darf stark bezweifelt werden. Andererseits ist eine Gewerkschaft verpflichtet, bei einer sich abzeichnenden Übernahme frühzeitig mit dem potenziellen neuen Eigentümer zu reden. Im Sinne der Beschäftigten.

Schaden kann das - eigentlich - nicht, schließlich wird der Deal hinfällig, wenn ACS nicht zum Zuge kommt. Nur ist die Vereinbarung beileibe nicht die Beschäftigungsgarantie, als die sie die IG BAU verkaufen will. Ein größeres Problem hat der Gewerkschaftsboss selbst. Klaus Wiesehügel sitzt auch im Aufsichtsrat von Hochtief und als solcher muss er die Interessen des Unternehmens wahren. Das hat sich eindeutig entschieden, die feindliche Übernahme durch die Spanier unbedingt verhindern zu wollen. Wiesehügel steckt in der Zwickmühle - und das Beste wäre wohl gewesen, einfach mal die Füße stillzuhalten. Die Rücktrittsforderung ist verständlich, hilft aber trotzdem niemandem. Sollte ACS bald in Essen das Sagen haben, braucht es eine starke und einige Arbeitnehmerschaft und keine zerstrittene.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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