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NRW-Gesundheitsminister: "Reiseverkehr in Deutschland vertretbar"

Archivmeldung vom 22.05.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.05.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Viele Menschen stellen tiefgreifende und grunsätzliche Fragen (Symbolbild)
Viele Menschen stellen tiefgreifende und grunsätzliche Fragen (Symbolbild)

Bild: ExpressZeitung / Eigenes Werk

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hält es für vertretbar, wenn Deutschland den Reiseverkehr bald wieder aufnimmt.

"Wenn wir eine solche Lage haben, gibt es keinen Grund, den Menschen das Reisen weiterhin zu verbieten. Wenn mehr gereist wird, gibt es mehr Risiken. Aber man kann es gut verantworten", sagte Laumann der "Welt" mit Blick auf die günstige Entwicklung der Corona-Lage. In ein paar Wochen werde man hoffentlich eine noch bessere Lage haben. Zugleich stellte Laumann klar, dass "bestimmte Einschränkungen" noch lange bleiben würden. "Dort, wo viele Menschen zusammenkommen, wird die Schutzmaske ein Bestandteil des öffentlichen Lebens bleiben", so der Minister. "Bis wir einen Impfstoff haben. Das kann – so schätzen es die meisten Experten – mindestens noch ein Jahr dauern."

Laumann zeigte sich insgesamt zufrieden mit der Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland. "Auch wenn nach wie vor Vorsicht geboten ist: Wir befinden uns aktuell in einer eher entspannten Situation. Wenn man sieht, wie es in anderen Ländern gelaufen ist, muss man sagen, dass wir es in Deutschland ganz gut hingekriegt haben", so Laumann. Man habe die Möglichkeit, die "Einschnitte Schritt für Schritt zurückzunehmen und zu einer Normalität mit Auflagen zu kommen".

Laumann sieht momentan keine Anzeichen für eine zweite Infektionswelle. "Man kann eine zweite Welle nicht ausschließen, aber wir bereiten uns so gut wie möglich vor", so Laumann. NRW werde ein Lager für Schutzbekleidung und -masken anlegen. "Ich hoffe, dass wir sie nicht brauchen. Ich möchte aber nicht noch einmal in die Situation geraten, dass man diese Sachen nicht hat." Mit Blick auf die sogenannten Hygiene-Demos von Menschen, die die Corona-Schutzmaßnahmen grundsätzlich infrage stellen, sagte Laumann: Er tue sich schwer mit diesem kleinen Teil der Bevölkerung. Die Politik müsse "aber auch versuchen, Menschen, die extrem geworden sind, in die Mitte zurückzugewinnen. Man darf als Politiker nicht aufgeben, Menschen zu erreichen."

Laumann, der in NRW auch Minister für Arbeit und Soziales ist zeigte sich zufrieden mit der durch die Bundesregierung beschlossenen schärfere Kontrolle von Schlachtbetrieben, die unter anderem ein Verbot von Werkverträgen für Mitarbeiter vorsieht. "Ich rate anderen Branchen, wo das nicht so gut funktioniert, ähnliche Entwicklungen, wie sie jetzt für die Schlachtbetriebe beschlossen werden, freiwillig zu vollziehen. Ich werde eine Arbeitsschutzstrategie zum Schwerpunkt in den nächsten Monaten machen und verstärkt auf die Situation in der Landwirtschaft und in der Logistik schauen, vor allem bei den Unterkünften. Die letzten Wochen haben sehr stark gezeigt, dass lokale Infektionsausbrüche oft mit Sammelunterkünften zusammenhingen. Wir wollen Standards setzen, die auch dann gelten, wenn die Pandemie vorbei ist."

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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