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Wenn Getreide zu Kleidung wird

Archivmeldung vom 27.04.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.04.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
RAFFAUF Jacke aus Leinen mit Imprägnierung aus Getreideabfällen Bild: RAFFAUF Fotograf: David Kavaler
RAFFAUF Jacke aus Leinen mit Imprägnierung aus Getreideabfällen Bild: RAFFAUF Fotograf: David Kavaler

Das Berliner Modelabel RAFFAUF setzt eine neue Textilimprägnierung aus Abfallstoffen ein, die bei der Verarbeitung von Getreide anfallen. Durch Upcycling verwandelt das Unternehmen Müll in wasserabweisende Kleidung. In der Modebranche werden schon seit Jahren synthetische und natürliche Materialien recycelt und als Textilien wiederverwertet.

Das Angebot reicht von Plastikflaschen bis zu recycelter Wolle. Die Idee der Verwertung von Abfallprodukten der Lebensmittelindustrie ist neu.

Aber wie wird Getreide zu Kleidung?

Nach der Getreideernte wird das Korn von der Schale gelöst und zu Mehl und weiteren Lebensmittelprodukten verarbeitet. Aus der Schale werden Produkte wie Kleie und Öle gewonnen. Bei diesem Prozess bleibt eine wachsartige Substanz übrig, die normalerweise als Abfallprodukt entsorgt wird. Das Wachs ist als Rohmaterial in festem Zustand kaum nutzbar. Um daraus eine Imprägnierung herzustellen, wird es mehrere Stunden lang erhitzt und geschmolzen. Im flüssigen Zustand wird es mit schadstofffreien Zusatzstoffen gemischt, die das Wachs wasserlöslich machen. Sie sorgen dafür, dass eine homogene Flüssigkeit entsteht und die Imprägnierung gleichmäßig auf Stoffe aufgetragen werden kann, ohne Flecken zu hinterlassen.

"Wir versuchen in der Produktion natürlich immer, die Entstehung von Müll zu vermeiden. Umso mehr freuen wir uns, entstandenem Müll ein neues Leben zu geben und durch Upcycling Neues zu gestalten", erklärt Designerin Caroline Raffauf. Upcycling ist eine Form des Recyclings, bei der Abfallprodukte wiederverwertet werden und neue Produkte mit höherem Wert entstehen. Das aus Getreideschalen gewonnene Wachs ist für die Lebensmittelindustrie ungeeignet. "Die Textilimprägnierung schafft einen Mehrwert, ohne in Konkurrenz zu Nahrungsmitteln zu stehen", so Raffauf.

Die fertige Imprägnierung besteht zu 90 % aus recycelten biologischen Abfällen aus der Getreideverarbeitung. Die natürliche Eigenschaft des Wachses sorge dafür, dass die imprägnierte Kleidung abweisend gegen Wasser und wasserbasierte Flüssigkeiten wie Tees und Fruchtsäfte sei. In der aktuellen Kollektion verwendet RAFFAUF die Imprägnierung aus Getreideabfällen auf Leinen. Zukünftig will die Marke weitere Tests auf Bio-Baumwolle und recycelten Naturfasern durchführen.

Quelle: RAFFAUF (ots)

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