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KÜS testet Ganzjahresreifen aus Asien mit erschreckenden Ergebnissen

Archivmeldung vom 14.10.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.10.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: "obs/KÜS-Bundesgeschäftsstelle"
Bild: "obs/KÜS-Bundesgeschäftsstelle"

Weil die Winter immer milder werden und der Reifenwechsel mitunter nervt, liegen Ganzjahresreifen voll im Trend und werden immer beliebter. So mancher Autofahrer stellt sich deshalb vor dem Wechsel im Herbst die Frage: Jetzt neue Winterreifen kaufen oder lieber gleich einen Satz günstige Ganzjahresreifen montieren lassen?

Denn Allwetterreifen bieten besonders in schneearmen Regionen Deutschlands durchaus Vorteile: Die Kosten für jeweils einen Satz Winter- oder Sommerreifen fallen weg, ebenso für die zweimalige Umrüstung pro Jahr sowie die mögliche Einlagerung in der Werkstatt oder beim Reifenhändler.

Auch Billiganbieter aus Fernost haben diesen wachsenden Markt für sich entdeckt. Branchenexperten schätzen den Marktanteil der Low-Budget-Pneus im Fach- und Onlinehandel bereits auf mehr als 20 Prozent. Doch sind diese vermeintlichen "Alleskönner" auch eine gute Wahl?

Die Prüf- und Sachverständigenorganisation KÜS hat sechs der im Handel am häufigsten vertretenen Ganzjahresreifen der Dimension 205/55 R16 aus asiatischer Produktion gegen einen europäischen Markenreifen antreten lassen. Die Namen der "Billigreifen" klingen vielversprechend, die Eigenschaften von Apollo, Ovation, Imperial, Superia, Blacklion und Berlin sind jedoch ernüchternd.

Bei einer Vollbremsung auf nasser Fahrbahn aus einer Geschwindigkeit von 80 km/h hat im Vergleich zum Referenzreifen (31,7 m gesamt) der schlechteste der "Billigreifen" einen um zehn Meter längeren Bremsweg (41,6 m gesamt). Nicht weniger erschreckend die dazugehörige Restgeschwindigkeit beim Bremsvorgang aus 80 km/h. Während das Auto mit den Referenzreifen nach knapp 32 Metern steht, rauscht das Fahrzeug mit den "Billigreifen" mit Geschwindigkeiten von bis zu 39 km/h vorbei und kommt erst viele Meter weiter zum Stillstand (siehe Ergebnistabelle). Noch extremer sind natürlich die Werte beim Bremsen von 100 auf 0 km/h: Während der Referenzreifen bereits steht, ist der schlechteste der getesteten Ganzjahresreifen beispielsweise noch mit einer Restgeschwindigkeit von knapp 49 km/h unterwegs.

Wie gut oder wie schlecht ein Reifen ist, zeigt sich auch beim Aquaplaning-Verhalten. Der Referenzreifen bleibt bei 80 km/h in der Spur und schwimmt nicht auf. Ganz anders die "Billigreifen": Beim Überfahren der Nassfläche mit 80 km/h schwimmen die Pneus auf, das Auto untersteuert massiv und kann nicht auf Kurs gehalten werden.

Ähnlich schlecht verhalten sich die Asia-Pneus auf dem Handling-Kurs. Schon beim Anfahren fehlt es ihnen an Traktion und das Auto mit den Referenzreifen fährt vornweg. Die "Billigreifen" haben keine Chance mitzuhalten: schlechtes Gripniveau, keine Seitenführung und kaum Traktion. Bei einem Lastwechsel bricht das Fahrzeug aus, für einen ungeübten Fahrer ist diese Situation kaum beherrschbar.

Fazit: Die Testergebnisse zeigen, Ganzjahres-Billigreifen können in kritischen Situationen teilweise lebensgefährlich sein. Wer beim Reifenkauf nur auf den Preis schaut, spart am falschen Fleck. Denn wenn es um die Sicherheit geht, spielen die Eigenschaften der Reifen eine entscheidende Rolle. Deshalb der Rat der KÜS-Experten für alle sicherheitsbewussten Autofahrer: Hände weg von Billigreifen!

So hat die KÜS getestet:

Die Reifen der Dimension 205/55 R16 wurden auf zwei serienmäßigen und identischen VW Golf auf ihre Bremsweg-, Aquaplaning- und Handling-Eigenschaften getestet. Als Referenzreifen diente ein europäischer Ganzjahresreifen der Marke Goodyear. Gefahren wurde der Test auf einer ausgewiesenen Reifenteststrecke in Deutschland. Eine spezielle Hard- und Software der neuesten Generation sorgte für präzise Messergebnisse. Sämtliche Daten wurden onboard erfasst und von Reifenexperten vor Ort ausgewertet.

Quelle: KÜS-Bundesgeschäftsstelle (ots)

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