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Zoll nimmt Körperschmugglerin fest: Kokain in Brustimplantaten

Archivmeldung vom 09.03.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.03.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Implantate beim Auspacken
Implantate beim Auspacken

Eine 24 Jahre alte Kolumbianerin ist am Frankfurter Flughafen mit einem Kilogramm Kokain - eingearbeitet in zwei Brustimplantate - festgenommen worden. Die Implantate wurden in der Frankfurter Universitätsklinik operativ entfernt. Hans-Jürgen Schmidt, Sprecher des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main, sagt dazu: "Für den deutschen Zoll eine neue Dimension des Körperschmuggels."

Brustimplantate nach der Entnahme
Brustimplantate nach der Entnahme
ausgepackte teigförmige Kokainmasse
ausgepackte teigförmige Kokainmasse

Die Kokain-Kurierin reiste bereits am 24. Februar 2016 aus Bogota/Kolumbien kommend ein. Sie wollte noch am gleichen Tag weiter nach Spanien reisen, wo ihr die Implantate unter Überwachung der Rauschgiftempfänger wieder operativ entfernt werden sollten. Bei der Einreisebefragung durch die Bundespolizei ergaben sich Hinweise, dass die 24-Jährige als Rauschgiftschmugglerin unterwegs sein könnte. Nachdem frische Operationsspuren im Brustbereich der Frau festgestellt werden konnten, erhärtete sich der Verdacht, dass sie Rauschgift im oder am Körper versteckt haben könnte.

Während er Vernehmung durch die Zollfahndung klagte die Frau über Brustschmerzen. Bei der durch einen Ermittlungsrichter angeordneten weiteren Untersuchung wurden mit Hilfe einer Computertomographie (CT) Implantate im Brustbereich festgestellt, deren inhaltliche Beschaffenheit den Verdacht des Zolls auf Kokainschmuggel im Körper bekräftigte.

Die Implantate wurden noch in der gleichen Nacht entfernt. Sie enthielten jeweils etwa 500 Gramm Kokain mit einem hohen Reinheitsgehalt, welches in den Implantaten als teigförmige Paste präpariert war. Das Kokain hat einen Wert von ca. 50.000 Euro - durch Strecken des Kokains wären auf dem Schwarzmarkt 200.000 Euro zu erzielen.

Die junge Frau, die in ihrer Heimat als Erntehelferin tätig war und drei Kinder hat, befindet sich in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen dauern an.

Hans-Jürgen Schmidt zu diesem Fall: "Dieses ist der erste Fall in Deutschland, bei dem in dieser Form Rauschgift im Kör-per geschmuggelt wurde".

"Wir sind entsetzt über diese perfide Form des Kokainschmuggels und werden uns den hieraus resultierenden Herausforderungen stellen. Dieser tragische Fall zeigt, dass den Organisatoren des internationalen Rauschgiftschmuggels menschliche Schicksale ebenso gleichgültig sind wie die lebensbedrohenden Bedingungen für die Rauschgiftkuriere."

Quelle: Zollfahndungsamt Frankfurt a.M. (ots)

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