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GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia

Archivmeldung vom 25.10.2007

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.10.2007 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Der Spielfilmsender zeigt das Meisterwerk, laut Wedel "einer der besten Filme der letzten 50 Jahre", am Freitag, 26.10. um 22.10 Uhr .

Schon mit 11 Jahren beschließt Henry Hill, sich seinen Platz in der Welt des Verbrechens zu suchen. Mit 13 begibt er sich unter die Fittiche des eiskalten Nadelstreifen Killers Jimmy The Gent Conway und lernt die Regeln des Todes. Er steigt durch zahllose Gewalttaten vom Laufburschen zum gefürchteten Profi-Gangster auf.

Tele 5 Exklusiv-Interview mit einem der bekanntesten deutschen Regisseure zu 'GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia'

Tele 5: Was zeichnet den Film aus?

Dr. Wedel: Die grandiose Erzählstruktur, die souveräne Schauspielerführung und die großen visuellen Fähigkeiten von Scorsese und Ballhaus. Es ist ein Erziehungsroman, wie wir ihn aus der Literatur kennen, aber der ganz eigenen Art: die Erziehung zum Verbrecher. Allein schon der Beginn bleibt einem immer im Gedächtnis.

Tele 5: Würden Sie 'GoodFellas' als einen der besten Filme aller Zeiten bezeichnen?

Dr. Wedel: Ich mag solche olympischen Kategorien nicht. Martin Scorsese, der über ein immenses Filmwissen verfügt, ist vielleicht gerade darum so bescheiden geblieben. Ich würde schon sagen, dass 'GoodFellas' in die Kategorie der besten Filme gehört, die in den letzten 50 Jahren gedreht worden sind.

Tele 5: Er ist brutal. Wie weit kann man in Deutschland gehen, wenn Brutalität aus dramaturgischen Gründen gezeigt werden soll oder muss?

Dr. Wedel: Scorsese ist in der Lage, Brutalität so unmittelbar ausbrechen zu lassen, wie das kein anderer Regisseur im Augenblick vermag, ob in Amerika oder in Deutschland. Der unglaublich brutale Anfang mit dem Sterbenden im Kofferraum, die später noch einmal detailliert gezeigte Ermordung des Griechen, die völlig sinnlose des Kellners, führen, fürchte ich, in der Fernsehprimetime dazu, dass viele ältere Zuschauer vorzeitig abschalten. Aber Gewalt ist ein Teil unserer Welt und wenn so grandios über sie erzählt wird, wie in diesem Film, sollten Zuschauer auch bereit sein, sich ihr zu stellen.

Tele 5: Haben amerikanische Filme einen anderen Spannungsbogen als deutsche oder europäische?

Dr. Wedel: Gerade die Erzählstruktur von 'GoodFellas', eben nach dem Vorbild des Erziehungsromans, das nicht lineare sondern eher assoziative Erzählen, wären in Deutschland, glaube ich, bei den Produzenten und Fernsehanstalten kaum durchsetzbar. Die Erziehung des Jungen zum Verbrecher wird rasend schnell erzählt. Der Respekt, den man ihm entgegenbringt, wenn er erst einmal in diesem Beruf Karriere gemacht hat, wird dagegen in einer einzigen minutenlangen Einstellung gezeigt, in der der junge Mann mit seiner Freundin durch den Hintereingang eines Lokals durch die Küche dienernd an seinen Tisch geführt und äußerst respektvoll von den anderen Gästen begrüßt wird und die Kamera schließlich auf die Bühne schwenkt, wo ein Conférencier seine halbseidenen Späße treibt.

Tele 5: Scorsese setzt häufig auf ihm bekannte Schauspieler wie Robert De Niro und Joe Pesci. Sie auch. Welchen Vorteil hat eine "Familie" am Set?

Dr. Wedel: Man weiß, was man den Schauspielern abverlangen kann. Gerade an De Niro ist zu beobachten, wie gut ihm diese Arbeit mit Scorsese bekommt. Sein mörderisch kalter Blick in 'GoodFellas' kann einen bis in die Albträume hinein verfolgen. Der Leistungsabfall dieses Ausnahmeschauspielers De Niro, seit er nicht mehr mit Scorsese zusammenarbeitet, ist erschreckend. Er wäre besser in der Familie geblieben, statt sich grimassierend in irgendwelchen Lustspielen zu beschädigen.

Quelle: Pressemitteilung Tele 5


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