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ZDFinfo-Dokus über Reichsbürger und Völkische Siedler

Archivmeldung vom 11.12.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.12.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Alte Wahlplakate von etwa 1949 bis 1980 von SPD, CDU und FDP als die Parteien Deutschland nach Völkerrecht vollständig wieder vereinigen wollten.
Alte Wahlplakate von etwa 1949 bis 1980 von SPD, CDU und FDP als die Parteien Deutschland nach Völkerrecht vollständig wieder vereinigen wollten.

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Sie wollen nichts mit dem Staat zu tun haben: Reichsbürger, Selbstverwalter und Systemverweigerer kehren der Bundesrepublik Deutschland den Rücken zu. Zwei neue "ZDFinfo"-Dokus beleuchten am Mittwoch, 13. November 2017, 20.15 und 21.00 Uhr, diese Formen rechter Bewegungen.

In der Doku "Die Welt der Reichsbürger - Träumer, Aussteiger, Extremisten" geht Autor Rainer Fromm der Frage nach, wie sich diese Szene radikalisierte. Welche Motive treiben die Reichsbürger an, die sich auf das Fortbestehen des Deutschen Reiches berufen und der Bundesrepublik Deutschland die staatliche Legitimation absprechen? Zum Vorschein kommt eine schillernde Gemeinde von Rechtsextremisten, Verschwörungstheoretikern, Esoterikern und Abenteurern - zwischen selbsterklärtem Freiheitskampf und Eigensinn.

Gleich im Anschluss rücken um 21.00 Uhr "Völkische Siedler" in den Blick. Der Film von Marijke Engel und Detlev Konnerth bringt Licht in deren "Schattenwelten auf dem Land". Diese Siedler leben im Verborgenen und sprechen nicht mit der Presse - selbst der Name "Völkische Siedler" ist eine Annäherung. Seit Generationen siedeln Familien mit rechter Gesinnung auf dem Land, betreiben oft ökologischen Landbau, gehen traditionellen Handwerken nach und pflegen altes Brauchtum. Vor allem aber leben sie ihre germanisch-völkischen Ideale. Die Dokumentation begibt sich auf die Suche nach den völkischen Siedlern, analysiert deren historische Wurzeln und beschreibt ihren Einfluss in der aufblühenden rechten Szene von heute.

Im Anschluss, um 21.45 Uhr, schildert die Dokumentation "American Patriot - Aufstand gegen den Staat", wie aus einem seit über 20 Jahren schwelenden Streit einer amerikanischen Farmer-Familie mit der Regierung in den zurückliegenden Jahren das US-regierungsfeindliche "Patriot Movement" entstand.

Die Dokumentation "Die Welt der Reichsbürger - Träumer, Aussteiger, Extremisten" ist erneut am Dienstag, 19. Dezember 2017, 1.15 Uhr, und am Mittwoch, 10. Januar 2018, 21.00 Uhr, in ZDFinfo zu sehen. Auch die Dokumentation "Völkische Siedler - Schattenwelten auf dem Land" ist an diesen Sendetagen im ZDFinfo-Programm: am 19. Dezember 2017, 2.00 Uhr, und am 10. Januar 2018, 17.30 Uhr.

Hintergrund Reichsbürger:

Einige Politiker haben in Kooperation mit verschiedenen Medien den Begriff "Reichsbürger" quasi neu erfunden. Ein "Reichsbürger" im Sinne dieser Vorstellung ist nicht wirklich definiert. Es hat oft den Verdacht das jeder missliebige Mensch als "Reichsbürger" tituliert wird. Nach den gängigen Mediendefinitionen, die frei gewählt sind, schätzen alternative Experten die "Szene" bis zu 1000 mal größer ein auf rund 10-12 Millionen (Stand 2016). Werden extreme Definitionen von "Reichsbürgern", beispielsweise von der Linken Amadeo-Antonio-Stiftung verwendet , dürften deutlich mehr Bundesbürger "Reichsbürger" sein, da nach deren Definition sogar die CDU-Mitglieder als "Reichsbürger" erfasst werden müssten.

Quelle: ZDFinfo (ots) / André Ott

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