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Sklaven der Straße: "ZDFzoom" über Lohndumping in der Logistikbranche

Archivmeldung vom 11.02.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.02.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Autor Christian Bock bei einer Lkw-Kontrolle in Belgien /  Bild: "obs/ZDF/Peter von Saghy"
Autor Christian Bock bei einer Lkw-Kontrolle in Belgien / Bild: "obs/ZDF/Peter von Saghy"

Europaweit arbeiten 3,6 Millionen Menschen als Fernfahrer. Viele Logistik-Unternehmer, vor allem aus Osteuropa, drängen mit fragwürdigen Beschäftigungsmodellen in den umkämpften Markt.

Am Mittwoch, 12. Februar 2020, 22.45 Uhr, blickt "ZDFzoom" auf den harten Preiskampf in der Speditionsbranche und auf die Fahrer, die als Billiglöhner den Machenschaften ihrer Arbeitgeber oft schutzlos ausgeliefert sind. Die "ZDFzoom" Dokumentation "Sklaven der Straße - Lohndumping in der Logistikbranche" ist am Sendetag ab 18.00 Uhr in der ZDFmediathek verfügbar.

An vielen Wochenenden sind meist in den Randbezirken der Industrieviertel Fernfahrer zu beobachten, die ohne Zugang zu Sanitäranlagen im Lkw leben und auf Campingkochern billige Lebensmittel zubereiten. Dabei ist die Rechtslage eindeutig: Während der sogenannten Wochenruhezeit müssen Fernfahrer in ordentlichen Betten schlafen und den Lkw verlassen. In welchem Umfang bestehende europäische Gesetze in Deutschland gebrochen oder zumindest ignoriert werden, beleuchtet "ZDFzoom"-Autor Christian Bock.

Um einen exklusiven Einblick in die Arbeitswelt der Fernfahrer zu bekommen, hat "ZDFzoom" einen Fahrer in die Szene der sogenannten Sprinter eingeschleust -Klein-Lkw, meist aus Osteuropa, die unter fragwürdigen Bedingungen Expressfahrten abwickeln. Dabei stößt der Reporter - gemeinsam mit Andreas Mossyrsch vom Transportbranchen-Verband Camion Pro e. V. - auf doppelte Verträge, Sozialbetrug, Fahrten mit Überladung und Merkmale organisierter Kriminalität. Im großen Stil findet der sogenannte Kabotage-Betrug statt: Vereinfacht gesagt, dürfen Lkw mit nichtdeutschen EU-Kennzeichen nur begrenzt Transporte im Inland fahren - damit sich Speditionen mit Sitz in Billiglohnländern keinen Marktvorteil verschaffen. Doch in der Praxis ist das längst Realität.

Die EU hat inzwischen ein "Mobilitätspaket" beschlossen, auch auf Initiative der neuen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Ein Kompromiss, der frühestens 2021 Gesetz wird. "ZDFzoom" verfolgt die Spur der Ausbeuter bis nach Litauen, wo Lkw-Fahrer von Willkür und Erpressung berichten und die zuständigen Gewerkschafter noch nie einen Fahrer getroffen haben, der tatsächlich fair und ausreichend bezahlt wurde. Der Autor spricht mit Insidern, Experten und Behörden.

Quelle: ZDF (ots)

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