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Geschichtsmagazin "MDR Zeitreise": Demos 1989 auch innerhalb der Stasi

Archivmeldung vom 11.01.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.01.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Wappen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR
Wappen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR

Foto: Nickel Chromo
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Vor der Besetzung der Berliner Stasi-Zentrale vor 30 Jahren kam es auch innerhalb des DDR-Geheimdienstes zu gezielten Revolten. Das haben MDR-Recherchen im Umfeld des Jahrestages am 15. Januar ergeben. Dem Bericht des Magazins "MDR Zeitreise" zufolge gab es nicht nur schriftliche Aufrufe, sondern auch Demonstrationen innerhalb des Sicherheits-Bereiches auf dem Gelände der Berliner Normannenstraße.

Nach Einschätzung eines Experten gingen die Beteiligten auch zum damaligen Zeitpunkt noch ein enormes Risiko ein. Den Journalisten gelang es erstmals, mit einem ehemaligen Hauptamtlichen Mitarbeiter über eine Demonstration im Hof der Behörde zu sprechen, an der der Mann im November 1989 teilgenommen hatte. "Die Atmosphäre auf der Kundgebung war schon seltsam. Wir waren ein militärisches Organ, waren Offiziere und befanden uns auf einem militärischen, höchst sensiblen Bereich", so die Erinnerung des einstigen Oberstleutnants. Nach Aussage des Zeitzeugen demonstrierten mehr als einhundert meist jüngere Mitarbeiter der Hauptabteilung Aufklärung (HVA) gegen ihre Führungskräfte. Zu der Kundgebung sei mit Aushängen im Eingangsbereich aufgerufen worden. Weitere ehemalige Hauptamtliche Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit bestätigten die Darstellung.

Historiker, wie der Geheimdienst-Experte Helmut Müller-Enbergs, halten die Schilderungen für authentisch. Hinweise auf die Vorgänge fänden sich in verschiedenen Quellen - allerdings keine Bestätigung. Im Interview mit der "MDR Zeitreise" betonte Müller-Enbergs das Risiko, das die Beteiligten damals eingingen: "Das Verhalten innerhalb eines militärischen Objekts, sich Befehlen zu verweigern, würde auch als Meuterei, als Desertion definiert werden können. Für einen Militär undenkbar." Gleichzeitig zeigte sich Müller-Enbergs wenig überrascht, dass es zu den Vorgängen bislang keine Aktenfunde gab. Entsprechende Vermerke seien nicht mehr ins Archiv gelangt. Mehr dazu in der MDR-Zeitreise am 12. Januar, um 22.00 Uhr, im MDR-Fernsehen.

Zudem zeigt das MDR-Fernsehen zwei weitere Dokumentationen zur Geschichte der Staatssicherheit: am 12. Januar, um 22.30 Uhr, "Erich Mielke - Meister der Angst" und am 14. Januar, um 22.05 Uhr, "Die Stasi im Kinderzimmer".

Quelle: MDR Exklusiv-Meldung (ots)


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