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"Deutsche Post am Limit": "ZDFzoom" über Folgen des Preiskampfs

Archivmeldung vom 31.01.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 31.01.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: "obs/ZDF/Hilde Buder-Monath"
Bild: "obs/ZDF/Hilde Buder-Monath"

Durch hohe Gewinnversprechen an die Aktionäre setzt sich die Deutsche Post AG unter Druck. Zudem macht die Konkurrenz dem Konzern zu schaffen. "ZDFzoom" zeigt am Mittwoch, 1. Februar 2017, 23.00 Uhr, die "Deutsche Post am Limit - Preiskampf und gestresste Mitarbeiter".

Weniger Briefe, dafür aber immer mehr Päckchen und Pakete - das ist der Trend in der Branche. Der Post bereitet die Konkurrenz im Paketgeschäft Sorgen: Einer der größten Kunden - Amazon - plant, seine Waren zum Teil selbst auszuliefern. Schon jetzt berichten Briefzusteller von zunehmender Arbeitsbelastung und gesundheitlichen Problemen. Zudem erfuhr "ZDFzoom"-Autor Arne Lorenz von Insidern, dass eine interne Software unter dem Kürzel IBIS den Effizienzdruck immer mehr steigere. Die Folge: Auszuliefernde Post bleibt liegen. Die Unzufriedenheit bei den Kunden der Post nimmt zu - Päckchen und Briefe, die zu spät oder an die falsche Adresse geliefert werden, schaden dem Image der Post.

Auch im internationalen Frachtverkehr stößt der Autor auf Missstände. Im Auftrag von DHL-Freight, einem der größten Logistik-Unternehmen weltweit, leben und arbeiten Fahrer von osteuropäischen Subunternehmen zum Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen, wie die Recherchen von "ZDFzoom" zeigen. Reporter Arne Lorenz spricht mit rumänischen Lkw-Fahrern, die wochenlang in ihren Fahrzeugen campieren und in den Führerhäusern übernachten, was per Gesetz nur in Ausnahmefällen erlaubt ist.

"Es ist unverschämt, dass man so mit Menschen umgeht und wir in Europa zuschauen", sagt Raymond Lausberg, Chef einer belgischen Polizeieinheit. Er hat sich den Kampf gegen menschenunwürdige Verhältnisse im Frachtverkehr zur Aufgabe gemacht. Auch für die osteuropäischen Subunternehmer, die von DHL beauftragt werden, gilt das deutsche Mindestlohngesetz. Doch dort werde getrickst, so bewertet es ein Fachanwalt für Speditionsrecht.

Überall wird gespart, die Post arbeitet am Limit. Gegenüber ihren Aktionären gibt sich die Deutsche Post dennoch als ehrgeiziger Player auf dem umkämpften Logistik-Markt. Der harte Kurs zahlt sich aus, tatsächlich steigen die Gewinne. Doch das Festhalten an hohen Gewinnzielen geht auf Kosten von Mitarbeitern und Kunden.

Quelle: ZDF (ots)

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