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ZDF-Dokureihe "planet e." berichtet über gefährliche Keime in der Abluft von Großmastanlagen

Archivmeldung vom 13.10.2011

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.10.2011 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: ZDF und Torsten Mehltretter
Bild: ZDF und Torsten Mehltretter

Eine neue Studie der Universität Utrecht weist nach, dass gegen Antibiotika resistente Bakterienstämme, so genannte MRSA-Krankenhauskeime, in der Umgebung von Großmastanlagen in der Außenluft auftreten. Darüber berichtet die neue ZDF-Dokumentationsreihe "planet e." am Sonntag, 16. Oktober 2011, 13.25 Uhr. Das Team von Professor Dick Heederick (Universität Utrecht) hat Luftproben im Umkreis von 1000 Metern der Großmastanlagen genommen. Im Feinstaub, der aus der Abluft der Ställe stammt, fanden die Wissenschaftler die gefährlichen Keime. Bisher galt nur die direkte Übertragung, also durch Kontakt Mensch/Mensch oder Tier/Mensch, als Übertragungsweg. Der Nachweis der Übertragung durch die Luft zeigt, dass das bakterielle Gefährdungspotenzial aus der Massentierhaltung wesentlich höher ist als bisher angenommen.

Diese Einschätzung verstärkt ein zweiter Befund der Wissenschaftler. In den Proben fanden sich auch Spuren von ESBL-Enzymen (ESBL: extended spectrum beta Lactamasen). Diese Enzyme besitzen die Fähigkeit, Penicilline, das ist die größte Antibiotika-Gruppe, zu zerstören und damit wirkungslos zu machen. Die Enzyme können diese zerstörerische Fähigkeit sehr schnell an verschiedene Bakterien weitergeben. Das macht sie nach Ansicht von Professor Heederick zu einer neuen, unberechenbaren Gefahr. Denn wenn sie sich im menschlichen Darm zum Beispiel mit Krankheitserregern verbinden und die Resistenzinformation übertragen, können sie Infektionen beim Menschen auslösen, die kaum noch mit Antibiotika zu behandeln sind. Aus einem harmlosen Infekt kann so eine tödliche Bedrohung entstehen. Professor Wolfgang Witte vom Robert-Koch-Institut Wernigerode sieht dringenden Handlungsbedarf: "Hier muss man wirklich darauf achten, dass nicht unnötig noch Antibiotikaresistenzgene aus unserer Umwelt und aus Nahrungsmitteln auf die Infektionserreger beim Menschen übertragen werden. Es trifft sich alles im Verdauungstrakt des Menschen, und dort sind Resistenzgenübertragungen nachgewiesenermaßen möglich. Wenn dann der Selektionsdruck dazu kommt, also die Tatsache, das resistente Bakterienstämme immer besser überleben, dann können wir ein Problem bekommen, das in den nächsten Jahren nur schwer in den Griff zu bekommen ist."

Schon seit einigen Monaten formieren sich immer mehr Bürgerinitiativen, um gegen Großmastanlagen zu protestieren. Im niedersächsischen Sprötze zündeten militante Tierschützer vergangenes Jahr mehrere gerade fertig gestellte Hühner-Großstallanlagen an. Aufgrund des gewaltigen Preisdrucks planen die Investoren immer größere, noch rationeller arbeitende Anlagen. Der Markt verlange angeblich nach billigsten Fleischprodukten, so die Argumentation der Viehwirte. Für die EU-Kommission ist das offenbar kein Problem. Am vergangenen Mittwoch verabschiedete die Kommission zwar die Eckpunkte der anstehenden EU-Agrarreform. Sie soll die "grünste" Reform aller Zeiten werden mit erheblichen erweiterten ökologischen Auflagen und Standards. Ein Bereich der Landwirtschaft bleibt allerdings ohne jede Veränderung: die Massentierhaltung. So werden sich vor allem Krankenhäuser und Hygienemediziner noch intensiver als bisher mit antibiotikaresistenten Keimen befassen müssen.

Quelle: ZDF (ots)

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