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Hat die Stasi gemordet?

Archivmeldung vom 24.09.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.09.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: ZDF und Steffen Bayer
Bild: ZDF und Steffen Bayer

Hat die Stasi Mordaufträge erteilt? Dieser Frage geht ZDF-Journalist Steffen Bayer am Dienstag, 28. September 2010, 20.15 Uhr, in seiner Dokumentation "Sonderauftrag Mord" nach. Das ZDF sendet den Film im Rahmen seines Programms zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit.

Der Film begibt sich auf Spurensuche von den 60er Jahren bis zum Ende der DDR. Viele Anschläge und Todesfälle sind bis heute nicht aufgeklärt, ihre Aufarbeitung schwierig, da viele Akten kurz vor der Wende frisiert oder vernichtet wurden.

Breiten Raum nimmt in der Dokumentation der Fall des kürzlich verstorbenen Fußball-Bundesligatrainers Jörg Berger ein, der jahrelang im Westen von der Stasi verfolgt wurde und für diese Dokumentation sein letztes großes Interview gab. Eine rätselhafte Krankheit im Jahr 1986, ein mysteriöser Autounfall - erst als er nach der Wende seine Stasi-Akten sichtete, kam ihm ein schrecklicher Verdacht: Trachtete die Stasi ihm nach dem Leben?

Ebenfalls bis heute ungeklärt sind die Umstände, unter denen der Fußballer Lutz Eigendorf 1983 ums Leben kam. Eigendorf, ein DDR-Nationalspieler, setzte sich 1979 in die Bundesrepublik ab. Immer wieder äußerte er sich in Interviews kritisch über die DDR. Anfang dieses Jahres bestätigte ein ehemaliger Stasi-Spitzel zum ersten Mal, dass es tatsächlich Mordpläne gegen den geflohenen Fußballspieler gab.

Die Suche nach der Wahrheit war mühsam, doch die Aktenfunde scheinen eindeutig: So sollte der geflohene Grenzoffizier Rudi Thurow laut Unterlagen mit einem 1000 Gramm schweren Hammer erschlagen werden, bei einem anderen Fahnenflüchtigen plante die Stasi, einen Sprengsatz unter dem Sitz seines Mopeds zu montieren. Gegenüber dem ZDF berichtet ein ehemaliger MfS-Mitarbeiter von Plänen, den geflohenen Geheimdienstagenten Werner Stiller zu ermorden. In einem Fall gibt es sogar ein Geständnis: Ein ehemaliger MfS-Offizier hat zugegeben, den Fluchthelfer Wolfgang Welsch vergiftet zu haben.

Mit Zeugenaussagen, Archivfunden und investigativen Recherchen widerlegt die ZDF-Dokumentation "Sonderauftrag Mord - Die Geheimnisse der Stasi" die Legende der Stasiführung, der DDR-Geheimdienst habe mit Auftragsmorden nichts zu tun gehabt.

Quelle: ZDF

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