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3satKulturdoku über russischsprachige Einwanderer in Berlin

Archivmeldung vom 18.11.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.11.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: "obs/3sat/Bärbel Schmidt-Sakic"
Bild: "obs/3sat/Bärbel Schmidt-Sakic"

Überall in Berlin wird Russisch gesprochen. Es sind nicht nur Touristen, die man hört, es sind Hunderttausende Menschen, die nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 ihre frühere Heimat verließen. Auf der Suche nach gesichertem Einkommen und persönlicher Sicherheit, nach der Möglichkeit, eigene Lebensentwürfe gestalten und leben zu können.

Insgesamt fünf Wellen russischsprachiger Migration zählt Dr. Tsypylma Darieva vom Berliner Zentrum für Osteuropäische und Internationale Studien (ZOIS) in den vergangenen 100 Jahren. Damals waren ebenso wie heute viele Intellektuelle und Kunstschaffende darunter, die in der 3satKulturdoku "100 Jahre Berlinograd. Der russische Mythos an der Spree" am Samstag, 21. November 2020, um 19.20 Uhr zu Wort kommen.

Berlin ist inzwischen zur neuen, nicht nur vorübergehenden Heimat von Menschen geworden, deren gemeinsame Vergangenheit wesentlich durch die Sowjetunion geprägt wurde. Seit der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 flüchten vermehrt russischsprachige Intellektuelle nach Berlin, weil sie der Hetzjagd auf Andersdenkende und der politisch-strafrechtrechtlichen Verurteilung in der Heimat entgehen wollen. Darunter sind auch Homosexuelle und Journalistinnen und Journalisten, die sich gesellschaftlich in Russland bereits einen Namen gemacht haben. Sie haben eigene, zivilgesellschaftliche, politisch engagierte Klubs und Vereine in der Stadt gegründet.

Neben einem kurzen historischen Rückblick auf die russischen 1920er-Jahre in Berlin stellt die Dokumentation Berliner russophone Kulturschaffende vor, die sprachlich und persönlich in Deutschland angekommen sind. Viele von ihnen verdienen als kreative Freiberufler ihren Lebensunterhalt und tragen auf eigene, spannende Weise zur intellektuellen und künstlerischen Vielfalt Berlins bei. Sie engagieren sich beruflich häufig in Beziehung zu ihrem früheren Heimatland und haben damit eine wichtige Mittlerfunktion zwischen Ost und West. Neben ihnen kommt auch ein offizieller Vertreter des Russischen Hauses der Wissenschaft und Kultur an der Berliner Friedrichstraße zur Kulturpolitik Russlands zu Wort.

Quelle: 3sat (ots)


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