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Ecstasy steigert die Fähigkeit, positive Gefühle in einem Gesicht zu lesen

Archivmeldung vom 11.08.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.08.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Ecstasy in Tablettenform.
Quelle: Foto: wikimedia.org (idw)
Ecstasy in Tablettenform. Quelle: Foto: wikimedia.org (idw)

Unter Ecstasy lassen sich Gesichtsausdrücke besser deuten – allerdings nur die positiven Emotionen. Zu diesem Schluss kommen Forscher von Universität und Universitätsspital Basel in einer Studie, bei der die Testpersonen die Gefühlslage von anderen interpretieren mussten. Probanden, die unter dem Einfluss von Ecstasy standen, konnten freundliche Emotionen überdurchschnittlich gut erkennen, hatten aber Mühe, einen feindseligen Blick richtig zu deuten.

Ecstasy entfaltet eine emotionale innere Wirkung und verstärkt die eigene Gefühle und Gedanken. Das macht das Amphetaminderivat zu einer verbreiteten Partydroge. Gleichzeitig führt der Wirkstoff MDMA (3,4-Methylendioxymethamphetamin) zu einer veränderten Wahrnehmung und beeinflusst die Verarbeitung von sozialen Signalen.

Frühere Studien hatten gezeigt, dass das Hormon Oxytocin die Wahrnehmung von Gefühlen verbessert. In einer Studie untersuchten nun Forscher von Universität und Universitätsspital Basel, wie sich die Einnahme von Ecstasy auf die kognitive Empathie und den Oxytocinspiegel auswirkt.

Schau mir in die Augen

Die Fähigkeit, unter Ecstasy komplexe Emotionen erkennen zu können, testeten die Pharmakologen mithilfe des «Reading the Mind in the Eyes»-Test. Dabei versuchen die Probanden, anhand des Fotos einer Augenpartie den mentalen Zustand des Gegenübers zu erkennen. Der Test besteht aus einer Folge von 36 Augenpaaren, die jeweils eine unterschiedliche Gefühlslage ausdrücken. Zusammen mit jedem Bild werden den Testpersonen vier mögliche Emotionen vorgeschlagen, von denen aber nur eine richtig ist.

In der Basler Studie füllten je 24 Männer und Frauen an zwei Tagen den Test aus – einmal nach der Einnahme von 125 Milligramm reinem MDMA und einmal nach der Einnahme eines Placebos. Gesamthaft betrachtet, erzielt die Versuchspersonen unter dem Einfluss von MDMA nicht die besseren Resultate, was bedeutet, dass der Wirkstoff die Empathie nicht grundsätzlich steigert.

Rosarote Brille

Während die Probanden mit oder ohne MDMA neutrale Mienen gleich gut einordnen konnten, zeigten sich beim Erkennen von positiven und negativen Emotionen aber deutliche Unterschiede. Unter dem Einfluss von MDMA erkannten die Probanden ein freundliches oder interessiertes Gesicht überdurchschnittlich gut. Sie hatte aber Mühe, einen misstrauischen oder herausfordernden Gesichtsausdruck richtig zu deuten. «Wer unter Ecstasy steht, scheint die Welt durch eine rosarote Brille zu sehen», erläutert Erstautor Cédric Hysek die Resultate. «Unter dem Einfluss von MDMA sind Personen weniger in der Lage, feindselige Blicke zu erkennen, was mit bestimmten Risiken verbunden ist.»

Da die Forscher im Blut der Probanden unter MDMA-Einfluss einen erhöhten Oxytocin-Spiegel feststellten, vermuten sie, dass die beschriebene sozioemotionale Wirkung von Ecstasy mit dem Hormon zusammenhängt.

Quelle: Universität Basel (idw)

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