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Sucht Wasser auf dem Mond!

Archivmeldung vom 04.09.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.09.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Seit Oktober 2009 gilt die Existenz von Wasser am Mond als sicher. Bild: NASA
Seit Oktober 2009 gilt die Existenz von Wasser am Mond als sicher. Bild: NASA

Es gibt viel Wasser auf dem Monde, doch lagert es in einer großen Tiefe. Diese Schlussfolgerung ist nach dem Studium von Daten gemacht worden, die von der indischen Raumsonde „Chandrayaan-1“ gewonnen worden sind. Wissenschaftler lassen zu, dass dieser Umstand bei der Planung von künftigen Missionen, darunter von bemannten Missionen, berücksichtigt werden sollte. Das berichtet Boris Pawlischtschew bei Radio "Stimme Russlands".

Boris Pawlischtschew weiter: "„Chandrayaan-1“ übermittelte Signale von einer Mondumlaufbahn bis zum Jahr 2009, als die Verbindung zu ihm plötzlich abbrach, doch die Bearbeitung der gespeicherten Informationen dauert bis auf den heutigen Tag fort. Und nun stellte es sich vor kurzem heraus, dass der große Krater Bullialdus, über dem die Raumsonde geflogen ist, Wasser enthält. Das Vorhandensein von Wasser als solches auf dem Mond haben wissenschaftliche Stationen vor einigen Jahren, darunter auch mit Hilfe von russischen Geräten, bekräftigt. Doch damals war die Rede von den Polargebieten, wo sich Eis in den Kratern durch den Sonnenwind bildet. Bullialdus aber liegt nah am Äquator, wobei Wasserspuren nur in dessen Zentrum, in einem Hügel von eruptivem Gestein entdeckt wurden, das beim uralten Aufschlag herausgebracht worden war. „Chandrayyan-1“ hat das Spektrum der so genannten Hydroxylgruppe, das ist ein Sauerstoffatom plus ein Wasserstoffatom, festgestellt. Sie ist nur in magmatischem Wasser von einer großen Tiefe präsent.

Die neuen Erkenntnisse werden wahrscheinlich die Vorstellung davon ändern, wie sich unser Trabant herausgebildet hat. Doch zu behaupten, dass das Wasser auf dem Mond überall präsent sei, indem man sich lediglich auf die Angaben über einen Krater stützt, wäre nicht korrekt, denn es liegen zu wenige Statistiken vor. Und so kommt es darauf an, die anderen Krater und Becken, die durch einen Aufschlag entstanden sind, zu überprüfen sowie mit Hilfe des Isotopenverfahrens zu präzisieren, um was für ein Wasser, ob um juvenales Wasser, oder ob um Kometenwasser, es sich dort handelt. Das zu bewerkstelligen, ist ein Mondfahrzeug oder eine Landungsstation, mit einem Analysator und einer Anlage zum Bohren bis zu einer Tiefe von mehreren Dutzenden Meter ausgestattet, imstande. Und es stehe noch gar nicht fest, dass dieses Wasser leicht zu gewinnen sein wird, vermutet Wladislaw Tretjakow, Mitarbeiter des Instituts für Weltraumforschung der Akademie der Wissenschaften Russlands:

„In welchem Zustand ist es? Es ist nur wenig wahrscheinlich, dass es flüssig ist. Eher handelt es sich um gebundenes Wasser wie in den Mineralen. Wie im Zement: Gibt man Wasser zu, so bekommt man Beton. Um Wasser aus dem Beton zu gewinnen, muss man ihn stark erwärmen. Genau so ist es auch dort: Wenn es gebundenes Wasser ist, so wird es schwierig sein, es zu gewinnen. Es wird viele Schwierigkeiten geben, wenn man eine solche Gewinnung verwirklichen will.“

Wladislaw Tretjakow machte ferner darauf aufmerksam, dass sich der Krater selbst vor Millionen von Jahren gebildet hat. Daher sei das zusammen mit dem Gestein nach außen herausgeschleuderte juvenale Wasser wohl kaum erhalten geblieben. Am ehesten hätte ein anderes, näher an die Oberfläche liegendes Wasser, beispielsweise das Kometenwasser, seinen Platz eingenommen.

Die dank dem indischen Raumapparat gemachte Entdeckung würde die Perspektiven für die Erschließung des Mondes näher bringen, davon ist Wladimir Surdin, Dozent der Fachrichtung Astronomie der Physik-Fakultät der Moskauer staatlichen Universität, überzeugt:

„Nur an den Polen in der Hoffnung zu arbeiten, dass es nur dort Wasser gibt, wäre nicht sonderlich interessant. Und wenn es auf dem ganzen Mond unter der Oberfläche lagert, so kann man wissenschaftliche Stationen an einem beliebigen Ort aufstellen. Wasser ist eine wichtige Sache. Man kann es sowohl trinken, als auch die Technik damit versorgen. Beim Vorhandensein der Elektroenergie, das heißt des Sonnenlichtes, bedeutet das den Sauerstoff und den Wasserstoff, das heißt einen guten Raketentreibstoff. Wenn es Wasser überall gibt, so kann man an jedem Ort des Mondes den Treibstoff für den Rückflug zur Erde oder für einen Flug zu Asteroiden bzw. zum Mars gewinnen.“

Freilich stehe es bevor, die gewonnenen Daten sorgfältig auf der gesamten Oberfläche des Erdsatelliten zu prüfen, räumt der Experte ein. Am besten wäre es, etwas wie artesische Brunnen zu bohren. Als der erste Schritt dazu könnte sich das russisch-europäische Experiment mit dem Bohren des Mondes auf eine Tiefe von mehreren Metern erweisen, das sich in Vorbereitung befindet. Es ist erforderlich, sich davon zu überzeugen, dass es in einer solchen Tiefe Eis gibt. Und wenn es sich herausstellt, dass der Mond an allen Seiten „nass“ ist, so wird es einfacher sein, ihn zu erforschen und später auszubeuten."

Quelle: Text Boris Pawlischtschew - „Stimme Russlands"

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