Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Berichte Wissenschaft Raumstation: Roboter wird zum Verbindungsmann

Raumstation: Roboter wird zum Verbindungsmann

Archivmeldung vom 10.09.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.09.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
"Nao" lernt: Das kann er später weitergeben. Bild: Inserm/Patrice Latron
"Nao" lernt: Das kann er später weitergeben. Bild: Inserm/Patrice Latron

Französische Forscher haben ein "autobiografisches Gedächtnis" für humanoide Roboter entwickelt, dank dem diese von einem Menschen gelerntes Wissen an andere weitergeben können. Demonstriert hat das Team um Peter Ford Dominey vom CNRS das mithilfe eines "Nao"-Roboters. Langfristig soll sich der Ansatz auf der Raumstation ISS bewähren. Dort könnte ein solcher Roboter zum dauerhaften Verbindungsmann werden, der Wissen von einer Crew zur nächsten weitergibt.

Die menschliche Besatzung der ISS wechselt im Normalfall alle sechs Monate - auch, weil längere Aufenthalte gesundheitliche Risiken wie extremen Muskelschwund in sich bergen. Ein Roboter wie der 2010 vorgestellte "Robonaut 2" könnte aber dauerhaft auf der Raumstation bleiben. Mit der aktuellen Entwicklung könnte er zum wertvollen Verbindungsmann werden, der beispielsweise Wissen um die Durchführung wichtiger Reparaturen von einer Crew lernt und bei Bedarf an eine neue Crew weitergibt. Wie das funktionieren soll, haben die Forscher mit einem Nao von Aldebaran Robotics gezeigt.

Vom Assistenten zum Lehrer

Das autobiographische Gedächtnis, an dessen Entwicklung auch das medizinische Forschungsinstitut Inserm beteiligt war, erlaubt es Nao, ähnlich wie ein menschlicher Kollege von einem Experten zu lernen. Dieser kann den Roboter beispielsweise dadurch lehren, dass er seine Arme in die richtige Position für eine Tätigkeit bringt. Ein Kinect-System erlaubt zudem ein Lernen durch Beobachten. Seine gesammelten Erfahrungen werden dann in dem speziellen Gedächtnis-Chip gespeichert, damit Nao die Anweisungen später wiedergeben und somit das erlernte Wissen weitergeben kann.

Um den Ansatz zu testen, haben die Forscher das Anwendungsszenario einer defekten Elektronikplatine auf der ISS nachgestellt. Hier assistiert Nao einem Experten bei der Reparatur und folgt dessen Anweisungen. Dabei holt der Roboter beispielsweise Teile oder hält diese. Falls der gleiche Fehler wieder Auftritt, kann Nao den Reparaturvorgang mittels Videosystem vorzeigen. Zudem könnte der Roboter Fragen beantworten und mithilfe seiner Erfahrungen auch dabei helfen, Lösungen für ähnliche Probleme zu finden.

Schwerelosigkeit und Gedächtnisstütze

Die Ende voriger Woche im Rahmen des 24th International Symposium on Robot and Human Interactive Communication präsentierten Ergebnisse zeigen, dass humanoide Roboter tatsächlich auf diese Weise einen Wissentransfer unterstützen können. Nun hoffen die Forscher, den Ansatz mittels Nao tatsächlich unter Weltraumbedingungen, bei Schwerelosigkeit, testen zu können. Zudem wollen sie ein zweites Anwendungsgebiet erschließen. Nach dem gleichen Prinzip sollen humanoide Roboter auch als persönliche Gedächtnisstützen für ältere Menschen dienen.

Quelle: www.pressetext.com/Thomas Pichler

Videos
Impfen (Symbolbild)
Sind die mRNA-Vakzine keine Impfstoffe?
Bild: Screenshot Bildzeitung
Fake News über Schockzahlen aus England und Wales
Termine
Newsletter
Wollen Sie unsere Nachrichten täglich kompakt und kostenlos per Mail? Dann tragen Sie sich hier ein:
Schreiben Sie bitte putsch in folgendes Feld um den Spam-Filter zu umgehen

Anzeige